Kino „Sex, Lies and Butterflies“ bei Naturvision

Von der Magie der Fjorde erzählt der neue Film von Jan Haft. Zu sehen ist er bei dem Filmfestival Naturvision.
Von der Magie der Fjorde erzählt der neue Film von Jan Haft. Zu sehen ist er bei dem Filmfestival Naturvision. © Foto: nautilusfilm
Ludwigsburg / bz 18.05.2018

In rund zwei Monaten ist es wieder so weit – mit mehr als 140 Filmen bringt das 17. Naturvision-Filmfestival vom 9. bis 22. Juli Natur, Tiere, Umwelt und Nachhaltigkeit auf die große Leinwand, das kündigen die Veranstalter Earth Vision UG und Film & Medienfestival gGmbH an. Die nominierten Filme des internationalen Wettbewerbs packen „heiße Eisen an, tauchen ein in die Wunderwelt von Wiesen und Wäldern und berichten von mutigen Menschen“, so die Ankündigung weiter.

Überraschende Einblicke

„Sex, Lies und Butterflies“ – einer der nominierten Filme beim Naturvision Filmfestival – macht schon durch seinen Titel neugierig. Und genau das will das Natur- und Umweltfilmfestival erreichen: „Mit den Filmen wollen wir überraschende Einblicke in unsere faszinierende Natur- und Tierwelt geben. Das Publikum soll unterhalten und begeistert werden, die Filme sind aber auch als ein Aufruf für mehr Achtsamkeit im Umgang mit unserer Natur zu verstehen“, beschreibt Festivalleiter Ralph Thoms die Zielsetzung.

In „Wildes Deutschland – Das Erzgebirge“ werde beispielsweise schnell klar, dass es auch in Deutschland noch echte Wildnis mit spektakulären Landschaften und wenig bekannten Tiere gibt. „Magie der Fjorde“ von Filmemacher Jan Haft schickt die Zuschauer auf eine Reise in die Unterwasserwunderwelt der norwegischen Fjorde – hier sei es vor allem die großartige Kameraarbeit, die in den Bann zieht und fesselt, so die Mitteilung. Eine ganz besondere Erzählweise zeichne den Film „Winzige Wunder – Die Wiese des Schreckens“ aus: Das Treiben der Insekten auf einer Wiese wird mit Elementen aus dem Horrorfilm- und Krimigenre spannend und humorvoll in Szene gesetzt – die Zeitlupen- und Makroaufnahmen der Tiere verstärken den Gruseleffekt und zeigen gleichzeitig hautnah ihre faszinierenden Verhaltensweisen.

Skandale und mutige Menschen

Viele der nominierten Dokumentationen bringen brisante Themen auf die Leinwand, die noch nicht so sehr im öffentlichen Bewusstsein verankert sind, so die Veranstalter: So erfährt der Zuschauer in „Klimakiller Holzkohle”, dass 70 Prozent der europäischen Grillkohle importiert wird. Das Problem: Ein Großteil der Hölzer stammt aus dem afrikanischen Buch oder Tropenwäldern und wurde illegal gefällt. In dem Film „Das System Milch“ geht es nicht nur um den Abschied von einem romantisierten Naturprodukt, das längst zum „Big Business“ geworden ist. Die Kinodokumentation verdeutlicht die Auswirkungen einer auf Wachstum ausgerichteten globalen Lebensmittelproduktion.

Berührend und Mut machend seien hingegen Dokumentationen, die Menschen porträtieren, die mit Idealismus und Stärke um eine heile Natur kämpfen, heißt es in der Ankündigung weiter. „Das Wunder von Mals“ erzählt beispielsweise von den Bewohnern eines Dorfes im Vinschgau, das die erste pestizidfreie Gemeinde Europas werden will – und dafür die übermächtige Allianz aus Bauernbund, Landesregierung und Agrarindustrie herausfordert. Im Segment „Kinderfilm“ finden sich in diesem Jahr vor allem Filme über Kinder aus anderen Kulturkreisen, die dem jungen Kinopublikum aus der Sicht eines etwa Gleichaltrigen von sich und ihrer Umwelt erzählen. So berichtet beispielsweise in „Ridoy – Kinderarbeit für Fußballschuhe“ ein Zwölfjähriger aus Bangladesch von seiner harten Arbeit in der Lederherstellung und von seiner Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Philipp und die kleinen Stiere“ taucht in die Lebenswelt eines österreichischen Bauernjungen ein, der sich am elterlichen Hof vor allem für die jungen Stiere begeistert, die allerdings immer verkauft werden. Er träumt davon, Bauer zu werden und einen Stier groß zu ziehen.

Info Karten gibt es ab Juli ab sieben Euro für Erwachsene an den jeweiligen Kinokassen von 10 bis 22 Uhr. Reservierung sind online möglich. Gezeigt werden die Filme im Central Theater, im Open Air Kino sowie im Science Slam.

www.central-union.de