Er ist jung, er ist lustig und er bringt ein paar Kilos zu viel auf die Waage. Genau das ist das Erfolgsrezept des Comedian Chris Tall. Der 27-jährige gebürtige Hamburger startete mit seiner Tour „Selfie von Mutti“ 2016 und 2017 durch. Nach der Mutti ist nun der Papa dran. Am vergangenen Freitag war Chris Tall mit seiner neuen Show „Und jetzt ist Papa dran“ zu Gast in Ludwigsburg.

Rund 3,5 Tausend Gäste fanden ihren Weg in die MHP-Arena. Keineswegs waren das nur Ludwigsburger. Den Fans war kein Weg zu weit, einige reisten extra aus Berlin oder Bautzen an. Chris Tall selbst, war noch nie zuvor in Ludwigsburg: „Ich liebe Ludwigsburg ab jetzt. Ich kann hier nämlich durch die Stadt rennen, ohne dass mich jemand erkennt.“ Nach einem Video, in dem sein Weg aus seinem Hotelzimmer bis zur Location seiner Show zu sehen ist, stand der Comedian dann um 20 Uhr auf der Bühne. Empfangen wurde er von tosendem Applaus und begeisterten Pfiffen.

67 Dates dank Papa

In seiner neuen Show ist das Verhältnis zu seinem Vater der rote Faden, der sich durch das gesamte Programm zieht. Daneben spricht der Hamburger viele Themen an, die ihn und die jungen Erwachsenen von heute berühren. So beschert sein Vater ihm durch seine Unbeholfenheit, an einem Tag 67 Dates bei der Dating-Plattform Tinder. Aus Zeitgründen nahm Chris Tall nur sieben davon wahr, von denen vier frühzeitig beendet wurden.

Immer wieder spielte er auch auf seinen üppigen Körperbau an: „Ich kann die Personen nicht verstehen, die nur eine kleine Portion Popcorn nehmen. Wem reicht das denn schon? Ich kaufe immer die extra-große Portion.“ Auch mit den von ihm sogenannten „Fitness-Nazis“ kann er sich nicht anfreunden. Fitness-Nazis seien die fitten Personen, die ihre Sportlichkeit auch noch allen unter die Nase reiben würden. Für ihn selbst sei die perfekte Sportart Darts, nachdem er die Übertragung auf dem Fernsehsender Sport1 gesehen habe.

Interaktion mit Publikum

Mit seinen derben Witzen traf Chris Tall genau den Nerv des Ludwigsburger Publikums. Oft interagierte er mit dem Publikum, rief Leute auf und unterhielt sich mit ihnen. Diese bekamen dann von dem schlagfertigen, frechen Comedian durchaus ihr Fett weg. Nach zirka einer Stunde Programm gab es eine kurze Pause. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich ein Artikel aus dem neuen Merchandise von Chris Tall zu sichern. Überall in der Arena blitzen T-Shirts oder Schildmützen mit dem Aufdruck „Darf er das?“ auf. Dieser Spruch wurde zum Markenzeichen des 27-Jährigen.

Der junge Hamburger fragt nicht, ob er etwas machen darf, er macht es einfach. „Manche mögen meine Witze vielleicht nicht, aber wenn ihr ehrlich zu euch seid, spreche ich doch nur das aus, was ihr denkt“, meinte der Comedian. Von seinen missglückten Dates kam er wieder zurück auf seinen Vater, den er von ganzen Herzen lieben würde. Er erinnerte sich daran, wie sein Vater damals versuchte, ihn aufzuklären, und dabei gründlich scheiterte.

„Es geht doch darum, über sich selbst lachen zu können. Selbstironie ist so wichtig im Leben“, betonte er. In seinem Publikum wäre jeder willkommen, egal ob dick oder dünn, schwarz oder weiß, schwul oder lesbisch. Mit diesen abschließenden Worten erntete er wiederum viel Applaus und Standing Ovations vom Ludwigsburger Publikum.