Ludwigsburg "Dr. Rudolf-Eberle-Preis": Engagement von Sersheimer Firma zahlt sich aus

Ein schöner Rahmen für Auszeichnungen: Der "Dr. Rudolf-Eberle-Preis" wurde im gut gefüllten Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses verliehen.
Ein schöner Rahmen für Auszeichnungen: Der "Dr. Rudolf-Eberle-Preis" wurde im gut gefüllten Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses verliehen. © Foto: Martin Kalb
RUDOLF WESNER 25.11.2013
Unter 98 Bewerbern beim "Dr. Rudolf-Eberle-Preis" hat sich unter anderem ein Sersheimer Unternehmen hervorgetan. Die Rentschler Reven GmbH ist Spezialist, wenns um Filterelemente geht.

Als das Land der Tüftler und Erfinder hat sich Baden-Württemberg einmal mehr erwiesen, wie anlässlich der Verleihung des "Dr. Rudolf-Eberle-Preises", den für wegweisende Innovationen das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft zum 29. Mal vergab, dokumentiert wurde. Unter den fünf Preisträgern, die am Donnerstagabend während eines Festaktes im Ordenssaal des Schlosses Ludwigsburg von Staatssekretär Ingo Rust vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden, zählt auch die Firma Rentschler Reven GmbH aus Sersheim (wir berichteten). Sie entwickelte in mehrjähriger, aufwändiger Forschungsarbeit das Filterelement "X-Cyclone", so benannt nach seiner Form.

Mit diesem Element werden beispielsweise in Großküchen Dämpfe, Öle, Flüssigkeitsnebel und sogar Feinstaubpartikel durch den Einsatz physikalischer Mittel vom Abluftstrom getrennt. Die Luft wird dadurch gereinigt und die abgeschiedenen Stoffe können wieder in die Produktion zurückgeführt werden. Die Belastung der Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen wird damit nachhaltig reduziert. "Die Technologie ermöglicht hocheffiziente, energiesparende Geräte", hatte die Jury in ihrer Begründung für die Preisvergabe erklärt.

"Baden-Württemberg zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Innovationsregionen in Europa und belegt bei Innovationsrankings regelmäßig Spitzenplätze", unterstrich Staatssekretär Rust in seiner Ansprache und fügte hinzu: "Der Innovationsmotor Baden-Württemberg zeichnet sich durch seine exzellente technologische Basis und seine hohe Forschungsintensität aus." Allein im Jahr 2011 wurden hier 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung eingesetzt, erklärte der Redner. "Innovationskraft ist eines unserer Markenzeichen", resümierte der Landesvertreter und verwies auf die Tatsache, dass im Jahr 2012 allein aus Baden-Württemberg 132 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet wurden, das Land somit bundesweit an der Spitze liegt.

Um den mit 50.000 Euro dotierten "Dr. Rudolf-Eberle-Preis" für Innovationen hatten sich 98 Firmen aus Baden-Württemberg beworben. Als einer der Preisträger nahm Geschäftsführer Sven Rentschler von der Rentschler Reven GmbH in Sersheim einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro entgegen. Die Laudatio auf den Preisträger hielt die Ressortleiterin Wirtschaft der Südwestpresse in Ulm, Karen Emler. Sie erläuterte die Bedeutung der in Sersheim entwickelten Innovation unter anderem mit den Worten: "In Großküchen hilft das Absaugen von Fetten und Ölen, Brände zu verhüten. Das System arbeitet mechanisch ohne Hilfsenergie, lässt sich leicht reinigen und enthält keine Wegwerfprodukte." Zudem würden die Betriebs- und Wartungskosten gesenkt, es vermeide Geruchsbelästigungen und reduziere den Anfall von Schmutz.

Nach der Entgegennahme des Preises sagte Sven Rentschler in einem Gespräch mit der Moderatorin des Festaktes, Tatjana Gessler, das Unternehmen sei ein Familienbetrieb in dritter Generation. Schon sein Vater habe sich im Bereich der Belüftung gewerblicher Großküchen betätigt. In die Forschung habe die Firma innerhalb von fünf Jahren etwa zwei Millionen Euro investiert, und das sei für ein kleines Unternehmen eine gewaltige Leistung.

Allerdings konnten die Forschungen nicht allein, sondern nur in enger Kooperation mit potenten und kompetenten Partnern durchgeführt werden. In der Zwischenzeit seien die neuen Produkte weltweit im Einsatz, allerdings habe man auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass es in Asien bereits Plagiate gebe. An der Entwicklung neuer Produkte werde intensiv gearbeitet und dafür sei der Gewinn des Preises ein großer Ansporn, erklärte Rentschler.