Theatersommer 17 000 Besucher sprengen den Rekord

„Das weiße Rössl am Ludwigsee“ war der Kassenschlager der diesjährigen Theatersommer-Saison. Mit viel Witz und Lokalkolorit schafften es die Darsteller die Zuschauer mitzureißen und einzubinden.
„Das weiße Rössl am Ludwigsee“ war der Kassenschlager der diesjährigen Theatersommer-Saison. Mit viel Witz und Lokalkolorit schafften es die Darsteller die Zuschauer mitzureißen und einzubinden. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 13.09.2018

Vergangenen Samstag war die letzte Aufführung der Theatersommer-Saison 2018 und nun kann Bilanz gezogen werden: Mit insgesamt 17 684 Besuchern erzielte der Theatersommer das beste Ergebnis in seiner nunmehr 28-jährigen Geschichte und auch im Kinder-, Familien- und Schultheater war mit 7843 Zuschauern die bislang größte Resonanz zu verzeichnen.

Im Vergleich zur letzten Spielzeit entspricht dies einer Steigerung von rund 15 Prozent (2017 waren es 14 850 Besucher) sowie einem Zuwachs von mehr als 30 Prozent beim Kinder-, Familien- und Schultheater (2017 waren es 6117). Woran das liegt? „Vor allem am Wetter“, sagt Peter Kratz, Geschäftsführer und Intendant des Ludwigsburger Theatersommers im Clussgarten, im Gespräch mit der BZ. Von den 125 angesetzten Vorstellungen mussten nur elf Termine wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Das Wetter hat sich aber nicht nur auf das Gemüt der Besucher ausgewirkt, „zum Teil haben wir um 7 Uhr morgens angefangen zu proben, sodass wir vor der Mittagshitze fertig waren“, sagt der Intendant.

Besonderheit: Eigenes Ensemble

Beim Kinder- und Jugendtheater liegen die gesteigerten Besucherzahlen vor allem am eigenen Ensemble, ist sich Kratz sicher. Bereits jetzt kann der Geschäftsführer aber sagen, dass das in der nächsten Saison aus Kostengründen leider nicht möglich sein wird.

Auch die Anzahl der aufgeführten Stücke sei eine Besonderheit gewesen in der Saison 2018. „Normalerweise waren es immer nur vier bis fünf, in diesem Jahr waren es sechs Stücke, und davon drei Neuinszenierungen“, sagt Kratz. Eben diese drei Neuinszenierungen, die verschiedener nicht hätten sein können, sind auch die persönlichen Höhepunkte des Intendanten.

Die Inszenierung des provokanten „Faust“ von Werner Schwab war wohl das gewagteste Stück. Durchaus sind in der Pause auch Zuschauer gegangen. „Wenn eine Inszenierung eines Werner-Schwab-Stücks keine negative Kritik bekommt, hat man etwas falsch gemacht“, sagt Kratz dazu. 15 Prozent der 2700 verkauften Karten seien an Schulklassen gegangen, um den „verstaubten Stoff des Faust“ mal anders zu sehen, so der Intendant. Die Ludwigsburger Version mit der verkehrten Rollenverteilung des „Weißen Rössl“ (am Ludwigsee) musste daraufhin verkaufstechnisch einiges wettmachen, sagt der Theatersommer-Geschäftsführer. Und das tat es auch. „Es hätte auch schiefgehen können. Wir haben einiges gewagt“, sagt Kratz. Aber mit 5900 verkauften Karten war das Stück der Kassenschlager der Saison. Es habe sich herumgesprochen, sodass jeder Aufführungstermin volle Zuschauerreihen und tosenden Applaus vorweisen konnte. Die dritte Neuinszenierung war „Stadt der Träume“, eine poetische Reise durch surreale Stadtlandschaften, die die Umgebung ins Stück einband. Das sei auch das Besondere am Freilichttheater. „Der Clussgarten ist ein magischer Ort, an dem man sich weg träumen lassen kann“, sagt Kratz. Auch die drei überarbeiteten Wiederaufnahmen von „Die Wand“ auf der Rondell-Bühne sowie „Kalle Blomquist“ und „Urmel aus dem Eis“ im Kinder- und Jugendtheater überzeugten Jung und Alt.

Zur Theatersommer-Saison 2019 könne Kratz noch nichts sagen. „Das dauert noch bis Anfang des Jahres 2019 mit der Planung.“ Kratz weiß aber auch, dass die Rekordzahlen dieser Saison nicht die Messlatte für die Folgejahre sein können. „17 684 Besucher – das passiert nur ein Mal in 28 Jahren. Das kann man nicht toppen“, sagt er.

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