NaturVision-Filmfestival 130 Filme rund um Natur und Umwelt

Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 03.07.2018

Stündlich werden weltweit 320 000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen. Aufs Jahr gesehen sind das drei Milliarden. Wenn man die Wegwerf-Becher aus Ludwigsburg aneinanderreiht, ergibt das die Höhe des Eiffelturms.“ Diese Informationen sind, ergänzt durch lustige Animationen und Einspielungen, in Klara Schöningers Kurzfilm „Trash to go“ zu erfahren. Die Hobby-Filmemacherin, wie sie sich selbst bezeichnet, ist Absolventin der Filmakademie Ludwigsburg, und hat ihren Kurzfilm beim „NaturVision“-Filmfestival in Ludwigsburg eingereicht.

Damit ist die Regisseurin, die vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht hat, nicht die einzige. Bei dem „NaturVision“-Filmfestival, das von Donnerstag, 19. bis Sonntag, 22. Juli, in der Ludwigsburger Innenstadt stattfindet, werden rund 130 Filme gezeigt, die sich alle um Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit drehen. „Mir war wichtig, dass es ein alltägliches Thema ist“, sagt die junge Filmemacherin über ihren Erklärfilm. Sie wolle, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger auf jemanden zu zeigen, den Festivalbesuchern die Augen öffnen.

Erwartet werden knapp 15 000 Besucher, die sich die Filme anschauen und das Rahmenprogramm nutzen. Thematisch dreht sich alles um die „Landschaft der Zukunft“. 2002 von Festivalleiter Ralph Thoms ins Leben gerufen, ist es dieses Jahr das 17. „NaturVision“-Filmfestival. Zum siebten Mal ist der Austragungsort die Barockstadt. Das kommt natürlich nicht von Ungefähr. Als Fair-Trade-Stadt und Empfänger des Nachhaltigkeitspreises erfüllt Ludwigsburg viele Voraussetzungen für ein gut besuchtes Festival, bei dem sich alles um Umweltschutz und Nachhaltigkeit dreht.

Davon ist auch Prof. Ulrich Wegenast, künstlerischer Geschäftsführer der Film- und Medienfestival GmbH, überzeugt. Das dürfe schon etwas heißen, „wenn ein Fest einen Parkplatz okkupieren darf“, sagt er beim Pressegespräch am Montag.

Das Thema Animation spielt nicht nur bei Klara Schöninger eine Rolle, oft sei es in die Filme integriert worden, sagt Wegenast. Nicht verwunderlich, da Tiere oft die Hauptrolle in Trickfilmen spielen. Wie Festivalleiter Thoms berichtet, kam das diesjährige Festival-Thema durch das vergangene Filmfestival auf: „Letztes Jahr ging es um die ‚Stadt und das Meer’ und um Mikroplastik. Daraus ist das seit Januar verfolgte Projekt der plastikfreien Stadt entstanden“, sagt er. Besonders wichtig sei dem Festivalleiter, die Möglichkeiten, die Filme geben, zu nutzen und generationsübergreifend auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam zu machen. Neu ist dieses Jahr, dass auch eine Kategorie für Kurzfilme eingeführt wurde, die sich mit der „(Un)Endlichkeit des Plastiks“ befasst.

In diesem Jahr können laut Thoms fast alle Wettbewerbskategorien mit Geldpreisen versehen werden. Insgesamt werden 44 000 Euro ausgelobt. Das Hauptprogramm ist im Central-Filmtheater zu sehen. Das Open-Air-Kino findet auf dem Arsenalplatz statt, ebenso der Markt, das gastronomische Angebot und das Kinderprogramm. Erstmals gibt es eine Kooperation mit dem Übermorgen-Markt aus Stuttgart, der einen besonderen Fokus auf plastikfreie und nachhaltige Produkte legt. In der angebotenen Gastronomie wird in diesem Sinne auf Wegwerf-Teller verzichtet und zum gespendeten Porzellan gegriffen, das bereits beim Übermorgen-Markt, der vom 8. bis 10. Juni auf dem Marienplatz in Stuttgart stattgefunden hat, verwendet wurde.

Im Staatsarchiv am Arsenalplatz wird am 20. Juli, ab 19 Uhr, ein „Science Slam“ veranstaltet: Ein Wissenschaftswettstreit, bei dem Forschungsprojekte in Kurzvorträgen vorgestellt werden. Die Besucher können dann abstimmen, wer als Sieger den Ring verlässt. Im Ratskeller gibt es am selben Tag das „KLAK-Fahrradkino“.

Beim Pressegespräch sagt Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, dass er das „NaturVision“-Filmfestival auch in Zukunft in Ludwigsburg sieht, da „das Medium Film Zusammenhänge gut vermitteln kann und auch kleine Denkanstöße ihren Teil zum Wandel beitragen“.

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