Es geht vor allem um die Weiterentwicklung der Gemeinde“, betonte Bürgermeister Jochen Zeller am Dienstagabend im Gemeinderat. Im Mittelpunkt der Ratssitzung stand die Antragstellung auf Anerkennung als ELR-Schwerpunktgemeinde im Zeitraum von 2020 bis 2025. Seit vielen Jahren nutze die Gemeinde bereits sehr intensiv das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), erklärte Zeller. Begonnen habe man in Ödenwaldstetten, gefolgt von Meidelstetten und Eglingen. Bei Oberstetten sei es gelungen, ins Landessanierungsprogramm aufgenommen zu werden.

Verhinderung von Leerstand

Man habe viele wichtige öffentliche Maßnahmen und Projekte gefördert bekommen. Ziel dabei sei die Verbesserung des Wohnumfeldes gewesen und die Verhinderung von Leerstand in den Ortskernen. Gleichzeitig hätten aber auch viele private Projekte realisiert werden können.

Mit dem Antrag, ELR-Schwerpunktgemeinde zu werden, trete man in einen Wettbewerb mit anderen Gemeinden: „Wir müssen einen überzeugenden Antrag einreichen“, bekräftigte Zeller. Gebraucht werde ein umfassendes Entwicklungskonzept und ein breit angelegter Beteiligungsprozess, zu dem eine Bürgerwerkstatt am 12. März in der Hohensteinhalle zähle. Im Landkreis Reutlingen gebe es bis dato eine ELR-Schwerpunktgemeinde, und zwar Grabenstetten.

Begleitet wird die Gemeinde auf dem Weg dahin vom Stadtplanungsbüro Künster. Es handle sich beileibe um keinen Selbstläufer, bestätigte Clemens Künster. Aber es sei gut, dass in Hohenstein in der Vergangenheit bereits einiges getan wurde: „Wir haben die Revitalisierung der Ortskerne betrieben“. Jetzt gehe es um die Fortsetzung dessen mit neuen Ideen. Man müsse den Bestand erhalten, zugleich aber schauen, wie man weiterkomme etwa durch Vernetzung der Teilorte und Aktivitäten. Es gelte Ziele zu formulieren, zu priorisieren und konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Künsters Mitarbeiter Martin Homm ergänzte, dass jedes Jahr nur fünf Gemeinden im Land in das Programm aufgenommen würden. Ihnen winkt ein um zehn Prozent höherer Fördersatz bei öffentlichen Projekten. Außerdem bekomme man Fördermittel ohne jedes Jahr ins Rennen gehen zu müssen.

Bislang seien im ELR-Rahmen in Hohenstein bereits 65 Maßnahmen realisiert worden. „Eine Erfolgsgeschichte“, wie Clemens Künster befand. Die „Basics“ seien weitgehend erledigt, jetzt gehe es um neue Ideen und Impulse, darum, das erreichte Niveau zu erhalten oder zu verbessern. Diese Impulse erhofft er sich aus der Bürgerwerkstatt, wo die Bürgerinnen und Bürger sagen können, was sie gut in Hohenstein finden, was man verbessern könne, welche Schwerpunkte sie setzen würden.

In der Diskussion wollte Jürgen Fischer wissen, wie viele Anträge denn überhaupt gestellt würden. 20 bis 30, lautete Künsters Antwort. Willi Baier regte an, für die Bürgerwerkstatt Denkanstösse zu geben. Es werde ein entscheidender Faktor sein, wie man die Leute begeistern könne. Natürlich habe man bereits über Ideen gesprochen, sagte Jochen Zeller.  Themen könnten sein: Gesundheit, Mobilität, Bürgerbus, bessere Vernetzung der Orte, Gestaltung in Bernloch. Breitbandausbau und das Kinderbetreuungsangebot. Markus Tress sprach in diesem Zusammenhang noch die Vereine und den Naturschutz an.

Vereine und Naturschutz

„Wenn es uns gelingt, Schwerpunktgemeinde zu werden, wäre das super“, meinte Zeller. Aber allein schon die Bürgerwerkstatt könne hilfreich sein für die Weiterentwicklung der Gemeinde in der Zukunft.

Einstimmig wurde die Bewerbung der Gemeinde beschlossen und das Stadtplanungsbüro Künster mit der Antragstellung beauftragt.