Heidenheim Zwischen Menschenkenntnis und Zauberei

Wer darf als nächstes auf die Bühne? Thorsten Havener analysiert die Körpersprache der Zuhörer.
Wer darf als nächstes auf die Bühne? Thorsten Havener analysiert die Körpersprache der Zuhörer. © Foto: Natascha Schröm
Heidenheim / Sandra Gallbronner 17.05.2018
Thorsten Havener zeigte unterhaltsam wie Körpersprache und Emotionen zusammenhängen.

Schimpfen, fluchen, rot werden. Viele Autofahrer regen sich gern über das Verhalten anderer Straßenteilnehmer auf. Einen Effekt hat das allerdings nicht. Denn gehört wird das Geschimpfe vom Angesprochenen nicht. Thorsten Havener, Mentalist, Zauberkünstler und Buchautor, hat jedoch eine Methode, um auf Knopfdruck gelassen zu werden: In den Rückspiegel schauen und sich selbst zuzwinkern: „Da könnt ihr euch gar nicht mehr aufregen“, erklärte der 45–Jährige.

Viele solcher Alltagstipps hatte der Bestsellautor bei den Heidenheimer Impulsen der Heidenheimer Zeitung und der Kreissparkasse Heidenheim im Sparkassen Business Club der Voith Arena, parat. Einer seiner Grundsätze: Es gibt keine Grenzen zwischen Emotionen und Körpersprache. Daraus folgert er: „Wenn ihr eure Stimmung ändern wollt, fangt mit dem Körper an.“ So könne ein Lächeln wahre Wunder bewirken.

Wie bekomme ich, was ich will?

In erster Linie ist Havener eines wichtig: Sich bei sozialen Kontakten mehr auf das Gegenüber konzentrieren. „Wenn wir wissen wollen, was im Gegenüber vor sich geht, müssen wir voll und ganz bei ihm sein“, erklärte er. Um jemanden davon zu überzeugen etwas bestimmtes zu tun, reiche es oft schon aus, ihn mit seinem Namen anzusprechen.

Inwiefern all diese Tipps im Alltag auch wirken, mag dahin gestellt sein. Dennoch: Unterhaltsam war Haveners Programm allemale. Mit viel Charme und Witz hat er sein Wissen auf Situationen, die jeder kennt, heruntergebrochen.

Und er zeigte viel am Menschen selbst, indem er die Körpersprache einiger Besucher analysierte. So werden die Pupillen größer, wenn wir etwas oder jemanden ansprechend finden, oder die Augenbrauen ziehen sich übertrieben nach oben, wenn wir lügen. Sogar die Füße verraten, ob man an einem Gespräch wirklich interessiert ist. Zeigen die Fußspitzen zum Gegenüber, besteht kein Grund zur Sorge. Übertreiben darf man es mit der Deutung der Körpersprache freilich nicht. „Nicht alles hat eine Bedeutung“, so Havener.

Doch Haveners Tipps kommen gut an: Mit rund 360 Besuchern war der Sparkassen Business Club voll besetzt. Unter ihnen war auch die 33-jährige Katja Pöltl, die fasziniert von Haveners Programm und seine Büchern ist. Vieles aus dem Vortrag könne sie direkt anwenden: „Ich werde nun achtsamer sein und vor allem mehr auf die Körpersprache – sowohl die meines Gegenübers, als auch meine eigene – achten.“