Gebet Zwei Moscheen öffnen ihre Türen

Özcan Kalkat vom türkisch-islamischen Kulturvereins im Gebetsraum der Muradiye Moschee an der Steinbeisstraße, die ebenso wie die ebenso wie die Mevlana-Moschee an der Giengener Straße am Freitag am Tag der offenen Moschee eine Stätte des Dialogs sein ist.
Özcan Kalkat vom türkisch-islamischen Kulturvereins im Gebetsraum der Muradiye Moschee an der Steinbeisstraße, die ebenso wie die ebenso wie die Mevlana-Moschee an der Giengener Straße am Freitag am Tag der offenen Moschee eine Stätte des Dialogs sein ist. © Foto: Foto: Archiv
Karin Fuchs 30.09.2014
Am Tag der deutschen Einheit öffnen in Heidenheim zwei Moscheen ihre Türen für die Bevölkerung. Dabei geht es den Muslimen um den Dialog und den Abbau von Vorurteilen in Zeiten, in denen islamische Terrorgruppen friedliche Moslems in Verruf bringen.

„Christen und Muslime haben eigentlich vieles gemeinsam“, sagt Özcan Kalkat von der Muradiye-Moschee in Heidenheim. Das fängt schon bei der Moschee an. Diese stehe ebenso wie die Kirchen allen Menschen offen, nicht nur am Tag der offenen Moschee. Weiter geht es beim Gebet: Was den Christen ihr sonntäglicher Kirchgang ist, ist für Muslime das Freitagsgebet. Und auch die Distanzierung von Gewalt ist beiden Religionen gleich. Dieses Jahr hat der Koordinierungsrat der Muslime den Tag der offenen Moschee unter den Titel „soziale Verantwortung gestellt.“ Die Muslime der Heidenheimer Ditib-Moschee waren hinsichtlich des Dialogs deutschlandweit Vorreiter.

Schon lange bevor es den deutschlandweite Moscheentag gab, luden sie in ihr Haus an der Steinbeisstraße im Westen Heidenheims an. Im Jahr 2001, als die Terroranschläge in New York die Welt erschütterten, war es ihnen ein Anliegen, zu zeigen, wie wichtig ihnen der Friede ist und wie sehr sie sich von radikalen Islamisten distanzieren. Seither haben sie jedes Jahr eingeladen.

In diesen Tagen wird der Islam im Zusammenhang mit dem Isis-Terror und dem von ihm entfesselten Krieg im irakischen und syrischen Kurdengebiet ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. „Wir kennen diese Leute nicht“, sagt Kalkat. Es seien Randgruppen, die für die islamischen Länder selbst eine Gefahr darstellten und keinesfalls die Grundsätze des Islams widerspiegelten.

Am 3. Oktober laden die Muslime von zwei türkischen Gemeinden in ihre Moscheen ein. In der Moschee an der Steinbeisstraße finden zwischen 12 und 18 Uhr stündlich Führungen statt. Zudem sind alle Besucher eingeladen, beim Freitagsgebet zuzuschauen, das um 14.30 Uhr beginnt. Wegen des Feiertags wird mit besonders großem Andrang gerechnet. Die Predigt wird auch auf deutsch übersetzt, so wie übrigens jeden Freitag. Denn gerade die Jüngeren könnten sich zwar auf türkisch verständigen, doch verstünden sie den Predigttext auf deutsch besser. Nachzulesen sind die Predigten auf der Internetseite ditib.de.

Auch die Mevlana-Moschee an der Giengener Straße 82 beteiligt sich am Tag der offenen Mosche und lädt ab 15 Uhr zur Besichtigung, zu Führungen und zu Gesprächen ein.