Heidenheim / Marita Kasischke  Uhr
Auf dem Schlossberg sind die neuen Räume für Maske, Kostüme und Umkleide sind fertig. Jetzt wurden sie feierlich eingeweiht.

Fertiggestellt ist der Neubau des Naturtheaters zwar schon seit längerem. Am Mittwochabend wurde er nun in einer gemeinsamen Feier von Stadt Heidenheim als Hausherrin und dem Theaterverein als Nutzer eröffnet.

Den Bau haben Stadt und Verein gemeinsam gestemmt. Vorsitzender Norbert Pfisterer dankte für die Unterstützung für den „großen Imageträger der Stadt Heidenheim“, den das Naturtheater mit seinen enormen Besucherzahlen von jährlich weit über 40.000 bilde.

Bildergalerie Naturtheater nach dem Umbau

„Wir haben mit dem Schlossberg insgesamt ein Schmuckstück Heidenheims geschaffen, der der gesellschaftliche Mittelpunkt der Region geworden ist“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Das Naturtheater erfülle seine Aufgabe nicht nur im Hinblick auf die Besucherscharen, sondern auf Bildung. „Wir müssen unseren Kindern das beibringen, wodurch sie sich von Maschinen unterscheiden“, zitierte das Stadtoberhaupt den Unternehmer Jack Ma.

Bauleiter Ralf Käpplinger führte die Besucher durch die neuen Behausungen für Maske, Kostümfundus, Umkleiden und den neuen Saalbühnenbereich mit Schnürboden. Es gab Lob von allen Seiten für die gelungene und zweckentsprechende Ausführung, von der, so hieß es vielfach, so manches Profitheater nur träumen könne.

Schließlich schlüpfte OB Ilg in die Rolle von Henry Higgins: Bereitwillig gab er den Statisten für Eliza Doolittles „Wart's nur ab“, den Dina Tanzmann wie bereits im vergangenen Jahr in „My fair Lady“ gewohnt souverän lieferte. „Mit 'nem kleen Stückchen Glück“ sang Andreas Warken als Vater Doolittle und er könnte damit auch die gesamte Bauphase gemeint haben, die zügig und ohne große Probleme war, auch wenn dadurch insbesondere Schneiderei und Maske und die Spieler viel Improvisationstalent beweisen mussten. Letztere waren praktisch gezwungen, sich irgendwo ein geschütztes Plätzchen zum Kostümwechsel zu suchen.

Apropos Kostümwechsel: Mit Umkleideräumen hatte in den 1950er Jahren der Gebäudekomplex seinen Anfang genommen und stets wurde daran weitergebaut. Helmut Kuhn, der Ehrenvorsitzende des Naturtheaters und dienstältestes Mitglied, der an diesem Abend mitsamt weiteren früheren Vorsitzenden zugegen war, wird sich an diese Anfänge mit einiger Wehmut erinnert haben: „Das konnten wir damals ja nicht wissen, dass das Theater mal eine solche Größe haben würde.“ Durchaus nicht selbstverständlich unter den Bühnen, bescheinigte Wolfgang Schiffelholz, der als Vorsitzender des Verbands für Freilichtbühnen schließlich großen Einblick hat.

Einen Vorgeschmack auf die kommende Saison gab es an diesem Abend ebenfalls: Es servierten die beiden „Holly Golightlys“ aus „Frühstück bei Tiffany“ und reiches und armes Volk in schillernden Kostümen aus „Der Prinz und der Bettelknabe“.