Kommentar Zum Radschnellweg: „Vorfahrt für Umweltschutz“

© Foto: Oliver Vogel
Kreis Heidenheim / Michael Brendel 10.08.2018
Die CDU-Kreistagsfraktion setzte sich für einen Radschnellweg zwischen Heidenheim und Aalen ein. Ein Kommentar:

Große Veränderungen beginnen meist im Kleinen. Ein Paradebeispiel dafür ist der Umweltschutz. Was wurde anfangs gelacht über das Insektenhotel hinterm Haus, die Entscheidung, Wäsche bei geringerer Temperatur in die Maschine zu stecken, den Joghurt im Glas statt im Plastikbecher zu kaufen. Und jetzt sollen also auch noch „Rad-Autobahnen“ her, damit ein paar Ökos bequem zur Arbeit strampeln können?

Gegenfrage: Warum denn nicht? Jahrzehntelang wurde konsequent dem Auto der Boden bereitet. Der Pkw genoss Vorrang, wo immer er auftauchte, und die übrigen Verkehrsteilnehmer durften sich brav den verbleibenden Platz teilen. Die Folgen sind bekannt: verstopfte Straßen, schlechte Luft, überfüllte Parkplätze. Und dann auch noch der Ärger über die Spritpreise.

Was läge also näher, als eine Entwicklung zu fördern, die schon vor geraumer Zeit begonnen hat. Immer mehr Menschen verzichten aus unterschiedlichen Gründen zumindest ab und zu auf ihren Wagen und schwingen sich stattdessen in den Fahrradsattel. Nicht nur, um eine abendliche Tour durch den Wald zu unternehmen oder ein paar Besorgungen zu erledigen. Auch die tägliche Fahrt zur Arbeitsstelle gehört dazu. Dieser Trend wird angesichts der wachsenden Beliebtheit von Pedelecs und E-Bikes garantiert noch zunehmen.

Deshalb liegt die Kreistags-CDU mit ihrem weit über bloße Umweltschutzkosmetik hinausgehenden Antrag, einen Radschnellweg einzurichten, goldrichtig. Jeder Radler, der in Zukunft auf einem solchen unterwegs ist, trägt dazu bei, die Luftqualität zu verbessern, die Verkehrsdichte auf den Straßen zu verringern, die Anwohner zu entlasten. Und er hilft wie das Bienenhäuschen im Garten und der Joghurt im Glas ein klein wenig mit, dass die Natur nicht noch stärker unter die Räder kommt.

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