Heidenheim Freundeskreis Wohnungslose: So kann man helfen

Immer häufiger gehören junge Menschen und auch Frauen zu den Klienten des Freundeskreis für Wohnungslose.
Immer häufiger gehören junge Menschen und auch Frauen zu den Klienten des Freundeskreis für Wohnungslose. © Foto: Archiv
Heidenheim / Catrin Weykopf 28.06.2018
Die Aufgaben des Freundeskreis für Wohnungslose verändern sich. Gesucht werden noch Helfer.

Mehr Frauen und mehr junge Menschen – so lässt sich in nur wenigen Worten zusammenfassen, wie sich die Aufgaben des Freundeskreis für Wohnungslose in den zurückliegenden Monaten verändert haben. Die Gruppe, die seit 1991 besteht, und die Betreuung durch die Wohnungslosenhilfe der Caritas ergänzt, versucht, auch diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden, sucht aber Helfer.

Wenn die langjährigen Mitglieder Norbert Pflüger, Horst Lampe und Daniela Steiner von den Aufgaben berichten, die auf diese Helfer zukommen, wird deutlich, worum es geht: „Die meisten unserer jungen Klienten haben eine Heimvergangenheit“, sagt Pflüger, der als Vertreter der Caritas im Freundeskreis mitarbeitet. „Dazu kommen oft Sucht, geringe soziale Kompetenz und die Erfahrung häuslicher Gewalt“, sagt Lampe. Und Steiner fügt an: „Gerade weil sie oft noch so jung sind, haben sie wenig Gemeinsamkeiten mit unseren anderen, teils langjährigen Klienten“. Bedeutet: Die jüngeren sind eher unter sich - manchmal sogar Einzelgänger.

Doch was im ersten Moment klingt, wie eine kaum zu schaffende Aufgabe für Laien, verliert an Schärfe, sobald die Drei weiter berichten: „Es geht nicht darum, jemanden zu erziehen. Es geht darum, zuzuhören, eine Anlaufstelle zu sein und Angebote zu machen, bei denen die Betroffenen Freude und auch mal Leichtigkeit empfinden können“, erklärt Pflüger. Konkret bedeutet das: Gemeinsam Kaffee trinken, grillen, Ausflüge unternehmen oder auch mal bei Behördenangelegenheiten helfen.

„Wichtig ist, dass man zwar Einfühlungsvermögen hat und gut zuhören kann, aber auch die Fähigkeit zur notwendigen Abgrenzung“, sagt Tampe. Gerade weil jüngere Klienten häufig unter psychischen Beeinträchtigungen leiden, zudem oft durch die Art, wie sie aufgewachsen sind, keine guten Erfahrungen mit Bindungen gemacht haben, sei es nicht immer einfach, eine längerfristige Vertrauensbasis zu schaffen.

Und: Als Helfer müsse man damit rechnen, für sein Engagement seitens der Gesellschaft nicht nur Verständnis zu bekommen, denn der betreute Personenkreis genieße in der Öffentlichkeit kein gutes Ansehen.

Doch genau darauf nehme man beim Freundeskreis Rücksicht: Wer helfen wolle, könne selbst bestimmen, wann und wie er sich einbringen möchte. Möglichkeiten gibt es viele: Ganzjährig in der Wärmstube, im Sommer kann man beim Grillfest oder bei Ausflügen erste Kontakte knüpfen. Möglich sind auch Besuche im Krankenhaus.

Auch gibt es Frauen- und Männertreffs und nicht zuletzt Begleitung und Hilfe in behördlichen Dingen. Und die Mitglieder haben gute Erfahrungen mit einem Hilfsfonds gemacht, aus dem sich die Klienten Geld leihen können, etwa um eine Mietkaution zu begleichen. Auch bietet der Freundeskreis einen Gesundheitsfonds an, aus dem Zuzahlungen für Brillen oder Zahnarztkosten beglichen werden können.

„Insgesamt werden alle unsere Angebote sehr gut angenommen“, sagt Tampe. „Doch mit weiteren Helfern würde das noch besser funktionieren können und wir könnten es auf mehrere Schultern verteilen.“

Kontakt zum Freundeskreis:

Hubert Pflüger

Caritas Ostwürttemberg

Telefon 07321 272280

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