Heidenheim Zu teuer: Keine Mehrheit fürs Freibad Anfang Mai

Bei kühlem Wetter kommen in der Regel nur Dauerkartenbesitzer ins Waldbad, die nicht mehr Geld in die Kasse bringen.
Bei kühlem Wetter kommen in der Regel nur Dauerkartenbesitzer ins Waldbad, die nicht mehr Geld in die Kasse bringen. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / Silja Kummer 01.12.2018
Ein Öffnungstag würde im kühlen Frühjahr bis zu 5000 Euro pro Tag kosten.

Ein Antrag der SPD im Ausschuss für Kultur, Soziales, Schulen und Sport des Gemeindrats bezüglich einer früheren Öffnung des Waldbades wurde abgelehnt. Die Fraktion hatte sich dafür eingesetzt, das Freibad schon ab dem ersten Samstag im Mai zu öffnen. Die Stadtverwaltung hatte dagegen argumentiert, dass dies die Kosten für das Waldbad – und damit auch für die Eintrittspreise – unverhältnismäßig stark erhöhen würde.

Bei Temperaturen unter 20 Grad würden pro Öffnungstag Kosten von 4000 bis 5000 Euro entstehen. Dem stünden keine zusätzlichen Einnahmen gegenüber, weil bei kühler Witterung erfahrungsgemäß nur Besucher mit Dauerkarte kommen würden.

Oberlader nicht überzeugt

Diese Argumentation überzeugte Stadtrat Gerhard Oberlader (SPD), der sich seit längerem und immer wieder für das Thema stark macht, nicht. Eine längere Waldbadsaison könnte seiner Meinung nach ein Plus für Heidenheim im Wettbewerb der Städte sein. Der Zuschussbedarf pro Besucher des Waldbads sei sehr wenig verglichen mit dem des Kunstmuseum oder der Oper. Stadtrat Stephan Bauer (CDU) mahnte Oberlader, nicht verschiedene Kulturangebote der Stadt gegeneinander auszuspielen. Er warf seinem Ratskollegen vor, immer mit einer Öffentlichkeit zu argumentieren, die schon früher ins Waldbad wolle. „Das will doch niemand“, so Bauer.

Elisabeth Kömm-Häfner sagte, dass eine Verlängerung der Öffnungszeiten „weder ökonomisch noch ökologisch“ sinnvoll sei. Man sei ja jetzt bereits je nach Wetterlage um eine Woche flexibel. Heidenheim müsse sich mit seinem Bad nicht verstecken, „aber wir sind auf der Ostalb, nicht an der Cote d'Azur“, meinte Ralf Willuth (Freie Wähler).

Oberbürgermeister Bernhard Ilg fügte der ausführlichen finanziellen Argumentation der Verwaltung in der Sitzungsvorlage noch hinzu, dass es extrem schwer sei, Personal für das Waldbad zu finden. „Je länger das Bad geöffnet ist, desto schwieriger wird es“, meinte er. Für Dauerschwimmer stünden in Heidenheim zwei Lehrschwimmbäder und die Aquarena zur Verfügung, es könne also niemand sagen, er habe keine Möglichkeit zu schwimmen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel