Kosten Zu teuer: Doch keine Eislaufbahn in Heidenheim

Die Schlittschuhe bleiben in Heidenheim noch einmal im Schrank: Eine Eislaufbahn wäre die Stadt zu teuer gekommen.
Die Schlittschuhe bleiben in Heidenheim noch einmal im Schrank: Eine Eislaufbahn wäre die Stadt zu teuer gekommen. © Foto: Archiv
Karin Fuchs 06.11.2013
Eine Neuauflage der Eislaufbahn im Brenzpark wird es diesen Winter nun doch nicht geben: Der Gemeinderat hat die Reißleine gezogen, nachdem der städtische Zuschuss an den privaten Betreiber mehr als doppelt so hoch wie gedacht gewesen wäre.

Der anfängliche Optimismus schlug in Unmut um: Oberbürgermeister Bernhard Ilg berichtete dem Gemeinderat am Dienstagabend von den wenig erfolgreichen Verhandlungen. Schon im Sommer war die Stadt auf Empfehlung auf die Firma Nomi Entertainment aus Aalen zugegangen. Dass es die Eislaufbahn nicht zum Nulltarif geben wird, war schon damals klar: Von 30.000 Euro an städtischem Zuschuss war laut Verwaltung die Rede. Auf dieser Grundlage hatte der Gemeinderat grünes Licht zum Weiterverhandeln gegeben.

OB Ilg hatte sich auch öffentlich durchaus zuversichtlich gezeigt, eine attraktive Lösung für Heidenheim zu erreichen. Mittlerweile hat die Verwaltung zudem noch Sponsorengelder in Höhe von 20.000 beschafft, sodass insgesamt ein Zuschuss von 50.000 Euro zur Verfügung gestanden wäre. Dennoch ging die Rechnung nicht auf.

Nomi Entertainment habe bis zuletzt keine Kostensicherheit bieten können, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Laut Verwaltung seien die erwarteten Sponsorengelder, um die sich der Eventmanager selbst kümmern wollte, ausgeblieben, sodass für den Betrieb ein städtischer Zuschuss in Höhe von 86.000 Euro notwendig geworden wäre. „Grund genug, jetzt die Reißleine zu ziehen“, schreibt die Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Ilg sei enttäuscht über das Verhandlungsverhalten der Firma, die bis zuletzt vorgegeben habe, genügend Sponsoren zu finden. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist somit aus Sicht der Stadtverwaltung und des Gemeinderats nicht mehr gegeben“.

„So ein Projekt lebt von vielen Sponsoren“, sagt unterdessen Nomi-Entertainment-Chef Robert Boncium. Genügend Sponsoren aber habe man in Heidenheim nicht bekommen. „Das finanzielle Risiko war uns zu groß.“

Boncium hatte bereits an seinem Wohnort in Aalen zwei Jahre lang eine mobile Eislaufbahn betrieben. Doch auch dort war die Zusammenarbeit nicht von Dauer. Zu den Gründen schreibt Cord Müller, der als Geschäftsführer der Stadtwerke Aalen die Verhandlungen geführt hatte: „Nach dem zweiten Jahr sagte Herr Boncium zu uns, wir müssten den städtischen Zuschuss erhöhen. Dies haben wir abgelehnt.“ Die Stadtwerke Aalen beauftragen seither einen anderen Betreiber.

Der Heidenheimer Gemeinderat hatte bereits 2010 den Betrieb einer Eislaufbahn beim Lokschuppen gestoppt, nachdem die Kosten aus dem Ruder gelaufen waren. Die Fehlbeträge in den vier Jahren beliefen sich zwischen 73.000 und 95.000 Euro. Und die erste Eislaufbahn vor dem Rathaus musste wegen Lärmschutz der Anwohner eingestellt werden.

Ganz begraben hat die Stadt die Idee einer Eislaufbahn jedoch nicht. Vonseiten der Stadt heißt es, dass für 2014 ein neuer Anbieter mit finanzierbarem Konzept gesucht werden soll.