Heidenheim Ziel: Schutz der Kinder vor Gewalt

Bei der Hauptversammlung des Kinderschutzbundes wurden Jubilare für 25, 35 und 45-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Bei der Hauptversammlung des Kinderschutzbundes wurden Jubilare für 25, 35 und 45-jährige Mitgliedschaft geehrt. © Foto: Privat
Heidenheim / hz 26.06.2018
Der Verein hat im Jahr 2017 mehr als 100 Familien betreut und in der Erziehung unterstützt. Bei der Hauptversammlung ging der langjährige Vorsitzende Jürgen Spielkamp von Bord.

Mit dem Vortrag „Mobbingprävention und –intervention“ eröffnete Norbert Möller vom Verein G-Recht die Mitgliederversammlung des Kinderschutzbundes.

Kinder stärken und vor Gewalt schützen – das ist seit 45 Jahren die Zielsetzung des Kinderschutzbundes in Heidenheim. Fast 50 Ehrenamtliche sind neben den Hauptamtlichen im Einsatz, um sich für das Wohl von Kindern zu engagieren. Insgesamt haben sie 2017 etwa 3500 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet: als Familienpaten oder Umgangsbegleiter, in der Rechtsberatung oder im Sieben-Zwerge-Laden. Auch Veranstaltungen wie der Weltkindertag und andere Kinderaktionen sind nur mit der Hilfe von freiwilligen Helfern machbar.

Karl Joseph Böck folgt nach

Jürgen Spielkamp, der seit 2003 die Geschicke des Kinderschutzbundes als Vorsitzender leitete, verabschiedete sich aus dem Vorstand. Es sei Zeit, den Vorsitz in jüngere Hände zu legen. Nachfolger wird Karl Joseph Böck, ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung von Voith Paper Heidenheim. Der 63-Jährige hat den Verein ein Jahr lang als Stellvertreter kennen gelernt. „Sie waren mit Begeisterung und Herzblut dabei und somit ein Glücksfall für den Kinderschutzbund“, bedankte sich Böck bei seinem Vorgänger. Für sein Engagement und seine Verdienste in den vergangenen 15 Jahren wurde Spielkamp zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Geschäftsführerin Britta John berichtete, dass der Kinderschutzbund im vergangenen Jahr 114 Familien intensiv betreut hat, im Jahr davor waren es 117. In 60 Fällen wurden die Familien bei der Erziehung unterstützt, in 45 Fällen durch sozialpädagogische Familienhilfe, 13 Erziehungsbeistandschaften und zweimal durch Eingliederungshilfe. 138 Kinder und Jugendliche wurden gefördert, 45 davon im Kleinkind- und Kindergartenalter, etwa die Hälfte im Schulalter, 18 Jugendliche waren volljährig. In neun Fällen wurde ein Kontrollauftrag vom Jugendamt ausgesprochen, um das Kindeswohl zu schützen.

Die ehrenamtlichen Familienpaten haben weitere 15 Familien mit insgesamt 40 Kindern von null bis drei Jahren betreut. 29 Familien trafen sich zum begleiteten Umgang in geschützter Umgebung beim Kinderschutzbund, 65 Prozent der Familien hatten eine Trennung oder Scheidung hinter sich und suchten nach einer guten Umgangslösung, weitere sechs Familien hatten Vollzeitpflegekinder und vier Familien wurden von einer Fachkraft betreut.

Erfreulich sei, dass die Elternsprechstunde und die Familienberatung in der Robert-Koch-Straße 28 stark nachgefragt würden. „Geburt und frühe Kindheit, Trennung und Erziehungsprobleme machen den Eltern die meisten Sorgen“, berichtete John, aber auch psychische Probleme, Sucht und Mobbing würden oft angesprochen.

Die betreute Spielgruppe Bambini, ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, war mit zehn Plätzen durchgehend voll belegt. Gute Besucherzahlen verzeichneten die wöchentlichen Elterntreffs. Im Café Mamamia trafen sich etwa 400 Eltern mit ihren Kindern, beim Café International etwa 350 Eltern und Kinder aus aller Welt. Dazu kamen noch zwei Babymassagekurse und drei Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder“, einer speziell für Alleinerziehende und zwei in türkischer Sprache.

Im Geschäftsjahr 2017 hat sich der Haushalt konsolidiert und konnte mit einem leichten Überschuss abgeschlossen werden. Erreicht wurde das durch sparsame Haushaltsführung, denn die Spenden seien weiter zurückgegangen, wie Schatzmeister Herbert Bosch bedauerte. Dieser Trend hält bereits seit einigen Jahren an und führe dazu, dass der Verein punktgenau planen müsse. Um neue Projekte umzusetzen, sei der Kinderschutzbund daher zwingend auf Spenden angewiesen, so Bosch.

Abschließend wurden die langjährigen Mitglieder Sabine Ehrtmann, Ute Weber, Joachim Ziller für 25 Jahre; Rita Hensel für 35 Jahre; Ursula Ehrhard, Siegfried Werner, Erika Busse und Marianne Kurz für 45 Jahre Unterstützung der Kinderschutzarbeit geehrt.

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