Sänger Wolfgang Ambros: Der Watzmann kommt nach Heidenheim

Ehe er am 16. Oktober mit seinem Programm »Ambros pur« ins Heidenheimer Konzerthaus kommt, hat sich Stefanie Kirsamer mit ihm über seinen Erfolg und das Musikgeschäft unterhalten.
Ehe er am 16. Oktober mit seinem Programm »Ambros pur« ins Heidenheimer Konzerthaus kommt, hat sich Stefanie Kirsamer mit ihm über seinen Erfolg und das Musikgeschäft unterhalten. © Foto: Toni Schönhofer
Heidenheim / 10.10.2014
Der Watzmann ist das zentrale Bergmassiv der Berchtesgadener Alpen. Mit 2713 Metern ist die Mittelspitze der höchste Punkt. Ehe er am 16. Oktober mit seinem Programm „Ambros pur“ ins Heidenheimer Konzerthaus kommt, haben wir uns mit ihm unterhalten.
Der Höhepunkt in der Karriere von Ambros ist zwar schon einige Jahre her, aber auch noch heute steht der 62-Jährige auf der Bühne und spielt seine Hits wie „Schifoan“ (1976), „Es lebe der Zentralfriedhof“ (1975) und Lieder vom Album „Der Watzmann ruft“, das 1974 in Zusammenarbeit mit Manfred Tauchen und Josef Prokopetz entstanden ist. Seit 2010 lebt er mit seiner Familie in Waidring (Tirol). 

Was dürfen die Besucher erwarten?

Wir haben ein buntes Programm mit vielen bekannten aber auch einigen weniger bekannten Sachen, die alle recht amüsant sind. Hauptsächlich wollen wir, dass das Publikum sich gut unterhalten fühlt und auch mein Pianist Günter Dzikowski und ich unseren Spaß dabei haben.

Schon seit über 40 Jahren stehen Sie auf der Bühne. Was treibt Sie an?

Diesmal werden wir nicht stehen, sondern sitzen. Denn im Duo ist es bequemer, und man kann miteinander ein bisschen blödeln. Und warum ich das tue? Weil ich es nach wie vor sehr gerne mache und meinen Beruf immer noch liebe. Und was soll ich denn sonst machen? Ich habe einfach, damals mit 16 Jahren, beschlossen, dass ich Musiker werden will und sonst nichts.

Wie lange stehen Sie noch auf der Bühne?

Das weiß ich nicht. So lange es der liebe Gott will. Ans Aufhören habe ich bisher nie gedacht. Und so lange ich kann, werde ich auf jeden Fall weitermachen.

Sie sind schon so lange mit Ihrer Musik erfolgreich. Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?

Ich habe kein Geheimnis. Ich glaube, dass ich noch erfolgreich bin, weil es mir nach wie vor großen Spaß macht. Und wenn man selber Freude daran hat, kann man die auch rüberbringen.

Ist es wirklich so einfach? Dass man nur Spaß daran braucht? Wie erklären Sie sich dann, dass heute so viele Musiker, die gerne berühmt werden wollen, es nicht schaffen?

Um ehrlich zu sein, anfangen möchte ich heute nicht mehr. Obwohl es heute natürlich mehr Möglichkeiten gibt. Aber auch die Konkurrenz ist größer geworden, und es wird mehr von außen reingeredet – vom Manager, von der Plattenfirma und vor allem von den Medien. Als ich damals anfing, konnte ich mir auch mal zwischendurch einen Flop leisten, ohne dass ich augenblicklich rausgeflogen bin. Ich hatte auch mehr Zeit. Vom ersten großen Erfolg bis zum absoluten Höhepunkt hat es fast 15 Jahre gedauert. Diese Zeit hat heute keiner mehr.

Das hört sich auch so an, als ob Sie einfach Sie selbst sein konnten und sich kein Image durch Ihr Management aufzwingen lassen mussten?

Nein, verbiegen musste ich mich nie.

Aber verändert einen nicht der Erfolg?

Ich selber kann Ihnen das nicht beantworten, das kann man nur von außen. Ich hoffe, der Erfolg hat mich nicht verändert, und ich glaube auch, dass ich noch derselbe bin.

Wenn man bekannt ist, steht auch das Privatleben ständig in der Öffentlichkeit. Wie geht man damit um?

Es gibt Schlimmeres. Es ist eben der Preis, den man dafür bezahlen muss, berühmt zu sein. Außerdem gibt es Leute, die in dieser Hinsicht viel schlechter dran sind als ich. Wenn ich meine Ruhe haben will, fahre ich einfach weg.

Zum Beispiel nach Afrika – dort zog es Sie schon in den 90er-Jahren hin und Sie haben sich viel für die Menschen engagiert. Tun Sie das immer noch?

Ich habe mich für ein soziales Projekt in Kenia engagiert und tue das auch immer noch. Ich habe dort sehr viel Zeit verbracht und fahre immer noch gerne dorthin. Was ich in Kenia erreicht habe, war für die Einwohner dort eine hundertprozentige Verbesserung.

Schreiben Sie eigentlich Ihre Songs selber?

Nicht alle. Ich arbeite gerne zusammen mit verschiedenen Autoren, zum  Beispiel Josef Prokopetz. Aber was ich dann singe, entscheide ich selbst. Das, finde ich, gehört auch dazu. Ich will da mein eigener Herr sein, und wenn ich dann Blödsinn mache, ist es auf jeden Fall mein Blödsinn.

Zu Ihrem 60. Geburtstag erschien das Album „190352“. Die Zahlen stehen für Ihr Geburtsdatum. Es ist Ihr 27. Album – machen Sie die 30 noch voll?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Songschreiben ist etwas, was immer spontan passiert. Ich habe nie gesagt, jetzt muss ein neues Album her. Es war immer so, dass ich erst an einer neuen Platte gearbeitet habe, wenn ich das Gefühl hatte, ich habe noch etwas zu sagen, was vorher noch nicht gesagt worden war. Was mit der Zeit natürlich immer schwieriger wird.

Hat man nach so langer Zeit im Musikgeschäft noch Ziele?

Na ja. Besser Gitarrespielen würde ich gerne noch können.

Info Wolfgang Ambros mit dem Programm „Ambros Pur“ kann am Donnerstag, 16. Oktober, um 20 Uhr, im Heidenheimer Konzerthaus miterlebt werden. Mit der Akustik-Gitarre wird Ambros im Scheinwerferlicht sitzen, am E-Piano wird ihn Günter Dzikowski begleiten. Karten gibt es im Ticketshop des Heidenheimer Pressehauses, Telefonnummer: 07321.347-139 und per E-Mail: ticketshop@hz-online.de.
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