Heidenheim Wo ist der richtige Bauhof-Standort?

Bekommen die Städtischen Betriebe einen neuen Standort? Favorit für einen Neubau ist ein Standort am Rande von Aufhausen im Gewerbegebiet Schnaitheim Nord. Geklärt wird derzeit, ob sich angesichts der längeren Wege wirtschaftlich arbeiten lässt.
Bekommen die Städtischen Betriebe einen neuen Standort? Favorit für einen Neubau ist ein Standort am Rande von Aufhausen im Gewerbegebiet Schnaitheim Nord. Geklärt wird derzeit, ob sich angesichts der längeren Wege wirtschaftlich arbeiten lässt. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Karin Fuchs 10.07.2018
Drei Standorte für einen Neubau waren bei der Klausurtagung des Gemeinderat im Rennen. Favorit ist eine Fläche im Gewerbegebiet Schnaitheim Nord – allerdings mit weiten Wegen.

Ineffizient und unwirtschaftlich: Mit diesen Worten meint Oberbürgermeister Bernhard Ilg nicht die Arbeit Bauhof-Mitarbeiter, sondern die Bedingungen, mit denen die Städtischen Betriebe am aktuellen Standort zu kämpfen haben. Der Großteil der Betriebsfläche liegt an der Friedrich-Ebert-Straße, die jedoch gleichzeitig auch das Gelände teilt: auf der einen Seite die Werkstätten, auf der anderen Seite Altbauten und Salzlager.

Dazu kommt, dass die Stadtgärtnerei auf dem Gelände der Stadtwerke untergebracht ist – eine Übergangslösung, die seit Jahren andauert.

Stadtgärtnerei bleibt vorerst bei den Stadtwerken

Die Übergangslösung kann zum Glück, anders als noch vor einem Jahr gedacht, weiter andauern. Denn eigentlich hätten die Gärtner einen Neubau am jetzt Standort der Städtischen Betriebe erhalten sollen. Doch dieser Druck ist jetzt weg. Gleichzeitig wurde mit Hilfe eines Fachbüros das bauliche Konzept für die Städtischen Betriebe besprochen mit dem Ergebnis: der bisherige Standort ist für einen Zusammenführung ungeeignet.

Drei mögliche Standorte und ein Favorit

Deshalb haben sich Planer der Stadtverwaltung auf Standortsuche gemacht und drei mögliche Orte gefunden: im Gewerbegebiet Schnaitheim-Nord an der Grenze zu Aufhausen, in den Seewiesen und an der Badenbergstraße.

Diese drei Standorte sind in der engeren Auswahl.
Diese drei Standorte sind in der engeren Auswahl. © Foto: HZ/Googlemaps

Favorisiert wird laut Oberbürgermeister Ilg im Moment das Gelände im Schnaitheimer Gewerbegebiet. Der Vorteil dort ist, dass die Fläche an der Ecke Leimgrubenäcker und Königsbronner Straße weitgehend im Besitz der Stadt ist. Das ist laut Ilg an den anderen Standorten nicht so. Bislang wird das Gelände zwischen Bäckerei Gnaier und der früheren Firma Gergeni landwirtschaftlich genutzt.

Die entscheidende Frage ist aber noch offen: Können die Städtischen Betriebe effektiv arbeiten an einem Standort, der am Rande der Stadt liegt. „Die Wege werden weiter, das ist klar“, sagt Ilg. Deshalb ist die Verwaltung nun dabei, die Arbeitsabläufe unter diesem Gesichtspunkt zu durchleuchten.

Weitere Wege für Winterdienst

Auch der Winterdienst hätte dann einen weiteren Anfahrtsweg zum Beispiel in die Innenstadt oder die Gefällstrecken am Schlossberg. Ilg: „Als Entscheidungsgrundlage müssen wir abklären: wie wirtschaftliche ist diese Lage?“

Die beiden weiteren Standorte hält Ilg zwar auch für möglich. Er würde diese Fläche aber lieber als Angebote für Gewerbe-Interessenten offen halten. Zumal für den Standort in den Seewiesen bereits ein Interessent angeklopft habe. Möglich wäre weiter ein Standort in den Tieräckern, südlich des Dehner-Marktes.

Völlig abgekehrt ist der Gemeinderat laut Ilg im Moment von der Idee, die Städtischen Betriebe auf dem leer stehenden Areal von Stowe Woodward anzusiedeln, das die Stadt mittlerweile gekauft hat.

Kosten sind noch eine Unbekannte

Was ein Neubau der Neubau der Städtischen Betriebe kosten würde, diese Rechnung ist noch nicht aufgemacht. Dafür müssen erst die anderen Fragen vorab geklärt werden. Klar ist für Ilg jedoch auch, dass letztendlich der Gemeinderat die Prioritäten setzen muss, welch Projekte er in welcher Reihenfolge umsetzen möchte. Angesichts der anstehenden Rathaussanierung, den Investitionen in Kinderbetreuung und Schulen könne man nicht alles auf einmal schultern.

Was machen die städtischen Betriebe eigentlich?

Mit einem Begriff lässt sich das nicht umschreiben, denn die 115 Mitarbeiter haben in Heidenheim viele Zuständigkeiten. In drei Abteilungen wird deshalb gearbeitet. Leiter der Städtischen Betriebe ist Hans-Jürgen Schiffner.

Die Stadtgärtnerei ist für die Grünflächenpflege zuständig und hat derzeit einen separaten Standort. Sie ist zur Untermiete bei den Stadtwerken. Die Mitarbeiter sorgen nicht nur dafür, dass es auf den öffentlichen Flächen schön blüht. Sondern sie kümmern sich auch um die Spielplätze und die Baumpflege.

In den Werkstätten an der Friedrich-Ebert-Straße ist die momentan die Zentrale der Städtischen Betriebe: der Bauhof. Dort stehen die Fahrzeuge, die dort auch gewartet werden.

Der Winterdienst liegt in den Händen der Mitarbeiter. Die Räumfahrzeuge stehen im Bauhof bereit, das Salzlager befindet sich auf der Straßenseite gegenüber. Die Mitarbeiter halten die städtischen Gebäude in Schuss und bessern kleinere Straßenschäden aus. Sie kehren die Straßen und halten die Stadt sauber. Sie kümmern sich um Straßenschilder und Verkehrszeichen.

Die Friedhöfe und deren Pflege gehört zum dritten Aufgabenfeld. Mit Ausnahme von Groß- und Kleinkuchen, wo die Kirche Eigentümerin der Friedhöfe ist, gehören alle fünf Friedhöfe in Heidenheim und Teilorten der Stadt.

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