Heidenheim Der Dischinger Rolf Voitl gibt Pferdepediküre

Hufschmied Rolf Voitl im Einsatz.
Hufschmied Rolf Voitl im Einsatz. © Foto: Sandra Gallbronner
Heidenheim / Sandra Gallbronner 03.09.2018
Rolf Voitl aus Dischingen kümmert sich seit 23 Jahren um die Hufe der Aufhausener Turnierpferde.

Sobald Rolf Voitl seine Beschlagschürze umgelegt, seinen Ofen angeheizt und kurz darauf das heiße Eisen mit einem Hammer bearbeitet hat, bleiben die Menschen interessiert stehen. Einen Hufschmied in Aktion sieht man schließlich nicht alle Tage.

Seit 24 Jahren ist Voitl bereits Schmied. Fast genauso lang – seit 23 Jahren – ist der Dischinger bei den Reitturnieren in Aufhausen für die Fußpflege der Pferde zuständig. Benötigt eines der Turnierpferde seine Behandlung, ist der Dischinger spätestens 20 Minuten später vor Ort. Dann nagelt er Eisen auf Hufen, entfernt verbogene Hufeisen und kümmert sich um kaputte Gewinde, die die Pferdestollen nicht mehr halten. Denn nicht nur Fußballer brauchen bei rutschigen Rasenboden sicheren Halt, um einen Sprint hinlegen zu können.

In fünf Minuten kann alles erledigt sein.

„Manchmal fallen die Hufeisen auch beim Be- oder Entladen auf die Anhänger runter“, weiß Voitl. Wenn das Pferd brav steht, dauere es fünf Minuten und die Sache sei erledigt. Doch so schnell geht das nicht immer: In Aufhausen kommt ein zusätzlicher Störfaktor hinzu: die Bahn, die direkt an der Reitanlage vorbeifährt. „Manche Pferde macht das nervös. Da habe ich keine Chance.“

Ungefährlich ist seine Arbeit nicht. Dessen ist sich der 47-Jährige bewusst. Im Durchschnitt wiege ein Pferd 450 Kilogramm – ein stolzes Gewicht. Da kann ein Schlag mit dem Schweif schnell ins Auge gehen, wie Voitl schon am eigenen Körper zu spüren bekommen hat: „Ich hatte ein ziemlich blaues Auge.“ Auch vier Rippen habe er sich schon gebrochen, als er einen Tritt abbekam. Doch der Hufschmied nimmt solche Verletzungen gelassen: „Das kann ja mal passieren. Beim Mountainbike fahren kann ich auch stürzen und mich verletzen.“

Zweifel, ob der Beruf das Richtige ist, kamen nie auf. Denn Voitl geht seiner Arbeit mit den Pferden mit Leidenschaft nach: „Die Leute sind glücklich, wenn die Tiere wieder laufen können. Das macht mich auch glücklich.“ Zudem hat er eine Verbindung zu den Pferden. Denn er reitet selbst, hat in Aufhausen an WBO-Turnieren teilgenommen. „Der RFV Aufhausen ist für mich wie eine Familie“, so der Hufschmied.

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