Energie Windpark Ochsenberg offiziell eingeweiht

Nietheim / Hendrik Rupp 25.09.2016
Die Rotoren drehen sich seit Juli, gefeiert wurde am Samstag: Der Windpark zwischen Großkuchen und Ochsenberg ist eingeweiht.

Der weithin sichtbare und im Vorfeld seiner Planung wie immer alles andere als unumstrittene Windpark ist ein regelrechtes grünes Kraftwerk: Die 14 jeweils 140 Meter hohen Windräder des Rostocker Herstellers Nordex erreichen eine Spitzenleistung von jeweils 2,4 Megawatt – im Vollbetrieb liefert der Windpark so genug Strom für rund 19 000 Haushalte mit je vier Personen. Pro Jahr, so rechnen die Betreiber vor, spart das den Ausstoß von weit über 50 000 Tonnen des klimaschädlichen CO2.

Für die Windpark-Eigner der Blauwind GmbH (eine Tochter der Blauwald GmbH, die den Waldbesitz der Familie Merckle verwaltet) Grund für eine offizielle Einweihung inklusive Hock im Wald, zu Füßen der Anlagen. Musik vom Musikverein Großkuchen, Bier, Bratwurst, Hüpfburg.

Und offizielle Ansprachen. Anders als im vor einer Woche eingeweihten (und nur wenig kleineren) Windpark Lauterstein kam diesmal kein Ministerpräsident, für die Landräte aus Aalen und Heidenheim sprach Landrat Thomas Reinhardt über die Notwendigkeit, den Klimawandel durch eine Energiewende zu stoppen – sonst seien Unwetter wie das im Frühjahr künftig programmiert. Die Region sei ein Pionier der Windkraft, 150 Windräder in Ostwürttemberg erzeugten Strom für rund 250 000 Haushalte, weit mehr, als es hier überhaupt gebe.

Lob für den Windpark gab es auch von Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Umweltministerium: Um auch nur annähernd dieselbe Energie über Biomasse erzeigen zu können, müsste man ein Hundertfaches der Fläche der Windräder verbrauchen, rechnete Meinel vor.

Blauwind-Geschäftsführer Thomas Venus wiederum lobte das Konzept des Windparks, der durch geschickte Positionierung nur ein Minimum eigener Zufahrten brauche und weitgehend das bestehende Waldwegenetz nutze. Nach Ochsenberg ist der Windpark, der über Nietheim erschlossen wird, übrigens deswegen benannt, weil auf dortiger Gemarkung die meisten der 14 Anlagen stehen. Nur zwei stehen auf Großkuchener Gemarkung, diese aber teils ziemlich nahe an Wohnhäusern.

„Mit dem Zuspruch der Besucher waren wir sehr zufrieden“, so das Fazit von Thomas Venus: Rund 1000 Besucher kamen zwischen 13 und 18 Uhr in den Wald zwischen Großkuchen und Ebnat, viele als Wanderer oder Radler. Und wer in einen der Türme der riesigen Anlagen wollte, brauchte Geduld: Da immer nur zehn Personen auf einmal erlaubt waren, musste man teils eine gute Stunde anstehen.

Link: Weitere Beiträge zum Thema Windkraft im Kreis Heidenheim.