Heidenheim / Kathrin Schuler Dr. Boris Nikolai Konrad ist Gedächtnistrainer und Weltrekordhalter im Namen merken – und am 20. März zu Gast in Heidenheim.

Boris Nikolai Konrad kann sich Dinge schneller merken, als die meisten sie wieder vergessen haben: In nur 15 Minuten prägte er sich mehr als 200 Namen und 280 Gesichter ein und stellte damit gleich mehrere Weltrekorde auf.

Der Hirnforscher und Gedächtnis-Weltmeister entwickelte verschiedene Methoden des Gedächtnistrainings. Dabei ist er überzeugt: „Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar!“ Mit seinem Vortrag ist Konrad am 20. März um 19.30 Uhr bei den Heidenheimer Impulsen zu Gast im Lokschuppen und will dabei genau das demonstrieren.

Herr Konrad, konnten Sie schon in der Schule mit Ihrem Gedächtnis punkten?

Dr. Boris Nikolai Konrad: Nein. Ich habe erst ein Jahr vor dem Abitur mit dem Gedächtnistraining begonnen. Gerade weil mir das Lernen nicht leicht viel, fand ich es spannend zu hören, dass man das möglicherweise verbessern kann. Damals habe ich natürlich noch nicht gedacht, dass es auch noch so viel Spaß macht und wusste auch noch nichts vom Gedächtnissport.

Ist ein gutes Erinnerungsvermögen angeboren oder kann man es auch trainieren?

Man kann es auf jeden Fall trainieren! Nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung, sondern auch mit meiner Forschung kann ich zeigen, dass gute Gedächtnisleistungen immer auf Gedächtnistechniken und etwas Training basieren.

Welche Methoden und Tricks können sich die Menschen bei Ihrem Vortrag von Ihnen abschauen?

Bei meinem Vortrag verspreche ich meinem Publikum, dass sie zweimal staunen werden! Einmal, wenn ich als Weltrekordler am Anfang etwas vorführe. Aber auch ein zweites Mal, denn schon während meines Vortrags merken sie sich viel mehr, als sie vorher für möglich gehalten haben. Und außerdem bemerken sie dabei, dass es Spaß macht!

Denn wir denken uns zusammen Bilder und Geschichten aus: Für diese Inhalte haben wir nämlich ein Supergedächtnis. Namen, Fakten und Daten vergessen wir dagegen leicht. Aber wenn wir sie mit Bildern verbinden, werden sie im wahrsten Sinne des Wortes merk-würdig! Und schließlich zeige ich dem Publikum als Highlight noch die beste Gedächtnismethode überhaupt: Die Routenmethode.

Würden Sie sagen, dass wirklich jeder sein Gedächtnis auf Hochtouren bringen kann?

Jeder gesunde Mensch kann sein eigenes Gedächtnis ganz erheblich steigern. Alter, Vorbildung, Talent oder auch Intelligenz spielen kaum eine Rolle, was die mögliche Verbesserung angeht. Wer aber beispielsweise bereits an einer Demenzerkrankung leider, für den ist die Art Gedächtnistraining, wie ich sie anbiete, leider schon zu kompliziert, da sind andere Ansätze sinnvoller. Glücklicherweise hat das Gefühl vieler Menschen, dass sie sich mit zunehmendem Alter weniger merken können, meist nichts mit Demenz zu tun.

Schlüssel vergessen, Geldbeutel liegen gelassen – so etwas passiert uns allen. Hilft das Gedächtnistraining auch bei Vergesslichkeit im Alltag?

Teilweise. Bei bestimmten Dingen, wie etwa sich Namen zu merken, was man noch einkaufen wollte oder wann man sich nun genau verabredet hat, helfen Gedächtnistechniken sehr viel. Gerade die liegen gelassenen Schlüssel haben aber mit dem Gedächtnis oft gar nichts zu tun. Man hat im Moment des Ablegens einfach überhaupt nicht aufgepasst. Das ist dann ein Aufmerksamkeits- und kein Gedächtnisproblem – tja, und das passiert dann auch mal Gedächtnisweltmeistern, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Welche Vorteile hat ein trainiertes Gedächtnis?

Durch das Gedächtnistraining, wie ich es vermittle werden, Techniken erlernt, die sehr vielfältig angewendet werden können. Eigentlich auf alles, was man gerne Lernen oder bewusst behalten möchte. Das ist nicht nur für Schüler, Studenten und für jeden in Weiterbildungsmaßnahmen nützlich, sondern betrifft natürlich auch Alltag und Hobbies.

Zusätzlich haben wir die Hoffnung, dass Gedächtnistraining die allgemeine Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses stärkt und die sogenannte kognitive Reserve erhöht. Dadurch könnten bei einer möglichen Demenzerkrankung im Alter die Symptome um Jahre nach hinten verschoben werden. Auch der Motivationseffekt, endlich mal richtig großen Erfolg mit dem eigenen Gedächtnis zu haben, ist nicht zu unterschätzen!

Tickets im Vorverkauf

Karten für den Vortrag „Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar!“ von Boris Nikolai Konrad gibt es im Pressehaus der Heidenheimer Zeitung, in allen HZ-Geschäftsstellen sowie online im Ticketshop der Heidenheimer Zeitung.