Heidenheim Wie Heidenheim Schweizer Touristen locken will

Das Team der Tourist-Info mit (v. links) Bettina Kruse, Leyla Ocker und Isabella Kuhnke: Allein mit Tickets und Souvenirartikeln machten sie 2017 einen Umsatz von über 700 000 Euro.
Das Team der Tourist-Info mit (v. links) Bettina Kruse, Leyla Ocker und Isabella Kuhnke: Allein mit Tickets und Souvenirartikeln machten sie 2017 einen Umsatz von über 700 000 Euro. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Erwin Bachmann 13.01.2018
Die Stadt Heidenheim ist ab Samstag auf der Stuttgarter CMT vertreten und wird ihre Visitenkarte im März erstmals auch am Bodensee abgeben: wo man die Schweizer im Blick hat.

Noch liegen die amtlichen Zahlen für 2017 nicht auf dem Tisch, denn die offizielle Landesvergleichs-Statistik erscheint erst im Februar, doch eine Tendenz ist bereits erkennbar - und die zeigt nach oben. „Es deutet alles auf eine Steigerung der Übernachtungszahlen hin“, sagt Bettina Kruse, Leiterin der örtlichen Tourist-Information, wo man auch in diesem Jahr mit dazu beitragen will, Heidenheims einladende Seiten auf einem immer stärker umworbenen Markt bestens in Szene zu setzen.

Premiere in Friedrichshafen

Ein gutes Podium bietet die traditionsgemäß am Beginn des Jahres stehende CMT in Stuttgart. Auf dieser inzwischen weltgrößten Messe für Touristik und Freizeit versuchen 2000 Aussteller aus aller Herren Länder, die Reiselust eines immer zahlungskräftigeren Publikums auf sich zu lenken.

Die Stadt Heidenheim ist mit dabei, präsentiert sich von Samstag ab bis zum 21. Januar wieder in Halle 6 unter der Dachmarke „Schwäbische-Alb-Tourismus“ an einem Gemeinschaftsstand, an dem neben dem Landkreis auch Giengen sowie andere Kommunen und Touristik-Verbünde dieser Region vertreten sind. In Kooperation mit dem Ostalbkreis wird auf der zentralen Marktplatzfläche des Standes das Thema „Abenteuer Geologie“ bespielt.

Schweizer sollen kommen

Nach dem CMT-Auftritt geht es Schlag auf Schlag. Traditionsgemäß zeigt Heidenheim auch auf der regionalen Verbrauchermesse „Wir“ in Dillingen Flagge und präsentiert dort vom 7. bis 11. März zusammen mit dem Landkreis sein Tourismus- und Freizeitangebot.

Erstmals ist das Heidenheimer Duo dann vom 21. bis 25. März auf der „Urlaub-Freizeit-Reisen“ in Friedrichshafen vertreten. Diese Messe ist vor allem dafür bekannt, dass sie von vielen benachbarten Schweizern besucht wird. Dabei handelt es sich um exakt jene Zielgruppe, die Heidenheims Touristiker bereits vor Jahren ins Visier genommen haben – und zwar erfolgreich, ist es doch gelungen, insbesondere im Großraum Zürich/Winterthur ein vor allem kulturaffines Publikum anzusprechen, für das Deutschland schon preislich sehr interessant ist – und das mit Hilfe von Schweizer Busunternehmen vorzugsweise an Wochenenden den Weg nach Heidenheim findet.

Friedrichshafen: Ein Test

Für Oberbürgermeister Bernhard Ilg ist der Auftritt in Friedrichshafen ein Testfall, doch ist er sich sicher, dass man am Bodensee eine ebenso gute Resonanz finden wird wie man sie seit Jahren im bayerischen Nachbarraum verspürt.

Die touristischen Zugpferde sieht er da wie dort in einer guten Mischung des in und um Heidenheim herum Gebotenen: darunter sind Klassiker wie die Opernfestspiele, Dauerbrenner wie das Naturtheater, sportliche Leuchtfeuer wie der FCH sowie dessen infrastrukturelles Umfeld. Und immer wieder spielt auch die von vielen Gästen als ideal empfundene Möglichkeit eine Rolle, diese und viele andere Angebote miteinander zu kombinieren, also Heidenheim zum Ausgangspunkt für weitere Ziele wie etwa Ulm, Steiff, Legoland oder Archäopark zu machen.

Auch wenn sich OB Ilg darüber im Klaren ist, dass es am Wirtschaftsstandort Heidenheim vorzugsweise Geschäftsreisende sind, die in der Hotellerie die dominierende Rolle spielen, so trägt doch auch der klassische Tourismus zu der offenbar weiter wachsenden Bettenauslastung bei.

Den Fokus auf Gruppen legen

Den Beweis sieht das Stadtoberhaupt nicht zuletzt in der Tourist-Information selbst, die immer mehr nachgefragt wird, wenn es darum geht, interessierten Gästen ein maßgeschneidertes Angebot für Tagestouren, Kurzaufenthalte oder einen Wochenendaufenthalt zu unterbreiten.

Zu den Hauptaufgaben zählt weiter die Platzierung auf dem nationalen und internationalen Gruppenreisemarkt. „Da sind wir fest etabliert, viele Veranstalter fahren Heidenheim regelmäßig an“, sagt Bettina Kruse, Leiterin der Tourist-Info, doch auch wenn diese Sparte bereits zu einer Art Selbstläufer geworden ist, muss immer wieder umgesteuert und nachgefasst werden. Adressaten sind neben Reiseveranstaltern interessierte Kultur- und Reisejournalisten, darunter aus St. Pölten und aus London, die man 2017 im Rahmen der Opernfestspiele betreut hat.

Wandern und Radfahren

Einmal mehr konnten sich diese Fachleute auch ein Bild davon machen, wie sich die rund um den Hellenstein gebotene Hochkultur mit dem weiter ausgebauten Trendthema „Wandern und Radfahren“ kombinieren lässt. Als weithin beachtetes Aushängeschild gilt der prädikatisierte Albschäferweg, „ein wichtiger Leistungsträger“, wie Bettina Kruse bemerkt, die auf ihrem Schreibtisch den fulminanten Bildband „Wanderbares Deutschland“ liegen hat: eine wegweisende Neuerscheinung, die eben auch diesen Fernwanderweg in den Blickpunkt rückt.

Auf rege touristische Nachfrage treffen auch die von der Stadt angebotenen Stadtführungen – und immer öfter ist Heidenheim zudem das Ziel von großen Betriebsausflügen (wir werden darüber noch berichten).

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