Heidenheim Wie 1982: 700 Jagdhornbläser messen sich in Heidenheim

Der Jäger bläst, die Menge lauscht: Schon im Juni 1982 fand ein Landesbläsertreffen in Heidenheim statt. Damals waren die Konzerte und Wertungsspiele auf dem Schlossberg ein Zuschauermagnet. Ähnliche Bilder erhoffen sich die Jäger am kommenden Wochenende.
Der Jäger bläst, die Menge lauscht: Schon im Juni 1982 fand ein Landesbläsertreffen in Heidenheim statt. Damals waren die Konzerte und Wertungsspiele auf dem Schlossberg ein Zuschauermagnet. Ähnliche Bilder erhoffen sich die Jäger am kommenden Wochenende. © Foto: Archiv
Heidenheim / Von Hendrik Rupp 26.06.2018
Rund 700 Jagdhornbläser messen sich am Wochenende öffentlich auf dem Schlossberg und geben Konzerte auch in der Stadt.

Seltenheitswert hat die Veranstaltung auf alle Fälle: Nur alle zwei Jahre lädt der Landesjagdverband zum Landesbläsertreffen, gerne an bekannten Zielen wie der Insel Mainau. Am kommenden Wochenende ist das Bläsertreffen in Heidenheim. „Man muss sich da regelrecht bewerben“, sagt Kreisjägermeister Jürgen Bohnert. Und genommen wird nicht jeder Ort. „Es darf halt nicht zu klein sein“, erklärt Walter Löw, Landesobmann der Jagdhornbläser. Kein Wunder: 45 Bläsergruppen und 13 Kleinformationen mit mehr als 700 Bläsern werden erwartet, mit Begleitung kommen weit über 1000 Gäste.

Schon 1982 fand das Bläsertreffen einmal in Heidenheim statt – damals war es ein echter Publikumsmagnet. Und ans Publikum denken die Jäger ohnehin: Schon am Samstag werden sieben Gruppen anreisen und ab 15 Uhr Platzkonzerte in der Fußgängerzone geben, nach der offiziellen Eröffnung am Rathaus findet ab 18 Uhr eine ökumenische Hubertusmesse in der Pauluskirche statt.

Wertung: Pflicht und Kür

Das eigentliche Bläsertreffen ist dann am Sonntag und beinhaltet den Landeswettbewerb der Jagdhornbläser: Ab 8 Uhr treten die Gruppen zu Wertungsspielen im Park unterhalb des Schlosses und im Naturtheater an – immer öffentlich. Spielen müssen die Gruppen immer bestimmte Signale wie „Gams tot“, aber auch Stücke nach Wahl. „Das große Jagdhorn hat 16 Naturtöne, da kann man eigentlich alles damit spielen“, sagt Walter Löw. Und bei dem Instrument ohne Tasten und Klappen kommt es allein auf die Lippen an. „Die Tonfindung gilt als ganz schön schwer“, sagt Fritz Prinz, Bläserobmann der Heidenheimer Jäger. Prinz geht mit 15 Bläsern in den Wettbewerb, allzu große Hoffnungen macht er im Vorfeld nicht: „Wir haben bisher immer eher unter ferner liefen gespielt“, lacht er. „Uns geht es da mehr um die Gemeinschaft“, sagt Jürgen Bohnert, andere Jägervereinigungen stellten aber Kader aus passionierten Musikern auf. „In der Tat sind viele Bläsergruppen sehr ambitioniert“, bestätigt auch Walter Löw – dass man bisweilen nachprüft, ob alle teilnehmenden Bläser auch wirklich Jäger sind, gehört heutzutage schon dazu.

Jedenfalls: Weit mehr als Hornsignale werden zu hören sein, stattdessen werden die bis zu 30 Bläser starken Gruppen und die Kleinformationen (Trios, Duos, selbst Solisten sind gemeldet) zeigen, wozu das Jagdhorn in der Lage ist. „Und unüberhörbar wird das auf jeden Fall“, sagt Walter Löw – drei Dutzend Jagdhörner bringen einen beachtlichen Schalldruck zustande. Sicherheitshalber spielt man am Nachmittag unterhalb des Schlosses, weit weg vom Naturtheater, wo zeitgleich das Kinderstück gespielt wird. Und der Jazzfrühschoppen der Opernfestspiele im Schloss? „Das hängt vom Wind ab“, schätzt Löw. Lange genug angemeldet war das Bläsertreffen auf jeden Fall.

Höhepunkt des Wochenendes wird das gemeinsame Abschlusskonzert am Sonntag ab 14.30 Uhr unterhalb des Schlosses: 700 Jagdhörner wird Walter Löw dann dirigieren, des Überblicks und der Stimmung halber übrigens aus einem eigens aufgestellten Hochsitz.

Der Dirigent im Hochsitz

Dann findet auch die Siegerehrung statt, bei der es nicht nur um Preise geht. Die besten Bläsergruppen aus Baden-Württemberg qualifizieren sich in Heidenheim nämlich auch für die Teilnahme am Bundeswettbewerb, der 2019 im Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt stattfinden wird.

Logistisch ist das Treffen für die Kreisjägervereinigung kein Kinderspiel. „Zum Glück hilft uns der FCH ganz ungemein“, sagt Jürgen Bohnert: Das Mittagessen am Sonntag nehmen die über 1000 Bläser und ihre Begleitung in der Voith-Arena ein, dorthin wird bei schlechtem Wetter auch das Abschlusskonzert verlegt: Die Jäger blasen dann von der Osttribüne, die Zuschauer nehmen auf den übrigen Rängen Platz.

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