Heidenheim Wer darf die neue Hochschule entwerfen?

Die Übersicht zeigt es: Der neue Bildungscampus wird viel größer als das Gelände mit der bestehenden DH. Dort soll nicht nur der Hochschulneubau Platz finden, sondern auch flankierende Forschungseinrichtungen und Büros sind vorgesehen.
Die Übersicht zeigt es: Der neue Bildungscampus wird viel größer als das Gelände mit der bestehenden DH. Dort soll nicht nur der Hochschulneubau Platz finden, sondern auch flankierende Forschungseinrichtungen und Büros sind vorgesehen. © Foto: Archiv/Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 11.09.2018
19 Architekten haben sich darum beworben, die neue Duale Hochschule auf dem WCM-Areal zu planen. Nur fünf davon werden zum Zug kommen.

Einen zweiten schwarzen Würfel wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht geben, wenn auf dem früheren WCM-Areal ein neuer Hochschulcampus entstehen wird. Dieser ist gegenüber dem bestehenden Hochschule-Gelände in direkter Sichtverbindung gelegen, allerdings getrennt durch Brenzbahn und Brenz, verbunden durch den Fußgängersteg vom Felsen zum Eingang des Brenzparks.

Lehre und Forschung vereint

Wie der zweite Standort der Dualen Hochschule aussehen wird, darüber sollen sich Architekten Gedanken machen. Aus diesem Grunde hat das staatliche Vermögens- und Bauamt in Schwäbisch Gmünd bei einer europaweiten Ausschreibung nach Architekten gesucht für ein Institutsgebäude mit Forschungsbereich. In den Bildungscampus integriert werden soll zudem die Zukunftsakademie der Stadt mit ihrem außerschulischen Kursprogramm, die zurzeit im nördlichen Teil der WCM ihren Standort hat.

Laut Auskunft von Claus Schüßler, Leiter von Vermögen und Bau, haben sich 19 Architekten um den Entwurf der Dualen Hochschule beworben. Aus diesen Bewerbern werden vier bis fünf ausgewählt, die den Neubau planen werden. Die Entscheidung trifft eine Jury bis Ende November. Besetzt ist die Jury mit Vertretern des Finanzministeriums, des staatlichen Vermögens- und Bauamts, der Dualen Hochschule als künftigem Nutzer und der Stadt Heidenheim. Letztere ist auf dem Hochschulcampus ebenfalls aktiv und plant die Gebäude, die sich um die Hochschuleinrichtungen herum gruppieren werden, wie etwa Büros für Start-ups, Forschung und die Parkflächen.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg hat die Hochschul-Entwicklung seit Jahren schon auf seiner Agenda: „Stadtentwicklung und Qualität des Hochschulcampus an der Brenz sind mit der Architektur aufs Engste verbunden. Ein großes Teilnehmerfeld trägt diesem Ziel Rechnung und zeigt, dass diese Aufgabenstellung auch außerhalb als sehr reizvoll angesehen wird.“

Laut Schüßler wird momentan ein Ranking der 19 Architektenbüros erstellt nach Kriterien, die in der Ausschreibung vorgegeben waren. Bewertet würden zum Beispiel Leistungsvermögen, Eignung, Zuverlässigkeit oder Erfahrung. „Wir wollen nicht unbedingt Neulinge auf diesem Gebiet haben. Allerdings wird nicht unterschieden, ob jemand jung oder alt ist, es gibt auch andere Kriterien.“

Ob auch Architekten von außerhalb Deutschlands unter den Bewerbern sind, kann Schüssler nicht sagen, denn das Auswahlverfahren läuft anonymisiert. Namen werden also erst am Ende bekannt.

Wie geht es weiter? Die ausgewählten Architekten werden beauftragt, eine Projektskizze anzufertigen. Daraus wird zu Jahresbeginn ein Sieger gekürt. Dieser wird beauftragt, einen Entwurf zu erstellen, übernimmt die Ausschreibungen und die Bauleitung. Allein zwei Jahre werden jedoch noch vergehen, bis der Grundstein des neuen DH-Campus gelegt wird. Baubeginn ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Studenten im November 2023 in die neue Hochschule einziehen.

Parallel zum DH-Bau wird sich einiges tun auf dem WCM-Areal. Im Norden wird in einer früheren WCM-Halle ein vom Land gefördertes Digitalisierungszentrum entstehen, der so genannte Digital-Hub.

Der nächste Spatenstich gilt jedoch der Kinderbetreuung. Ende September wird der Gemeinderat den Bau eines neuen Kindergartens an eine Allgäuer Firma vergeben. Diese wird das gleiche Gebäude bauen, wie auf dem Galgenberg entstanden ist.

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