Heidenheim Michaela Janke lässt Leinwände nach Zimt duften

Ein explizites Lieblingsbild hat Michaela Janke nicht, doch dieses Bild gehört in der Ausstellung zu ihren Favoriten.
Ein explizites Lieblingsbild hat Michaela Janke nicht, doch dieses Bild gehört in der Ausstellung zu ihren Favoriten. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Kathrin Schuler 12.09.2018
In der Galerie „Kleine Wanze“ stellt die Heidenheimerin Michaela Janke ab Freitag Mischtechniken auf Leinwand aus.

Malen und Musik – für Michaela Janke gibt es zwischen den beiden Musen ganz klare Parallelen: „Ob ich nun eine neue Komposition spiele oder vor einer leeren Leinwand stehe, in beiden Fällen muss man als Künstler gewisse Phasen durchlaufen“, erklärt die Musikerin, die nicht nur Geige studiert, sondern nun auch nach und nach das Malen für sich entdeckt hat. Ihre Mischtechniken auf Leinwand sind ab Freitag, 14. September, in der Galerie „Kleine Wanze“ in Heidenheim zu sehen.

Gemalt hat Janke schon immer: „Jedoch nur als Hobby, neben der Musik“, erklärt sie, die in verschiedenen Orchestern auch auf internationalen Bühnen aufgetreten ist und jetzt in der „Kleinen Wanze“ zum ersten Mal ihre Werke ausstellen wird. Vor eineinhalb Jahren habe sie das Malen ganz neu entdeckt: „Mit Pigmenten habe ich vorher noch nie gearbeitet“, erklärt Janke.

Natürliche Materialien

Das Besondere daran? Als Künstlerin habe sie einen besonders großen Einfluss auf die Farben und deren Struktur auf der Leinwand. Der Entstehungsprozess eines Kunstwerks liege somit komplett in der Hand des Künstlers: „Man drückt nicht einfach eine Farbtube auf und arbeitet mit fertigen Materialien“, sagt die gebürtige Heidenheimerin. Stattdessen wird die Farbe aus den Pigmenten und einem strukturgebenden Material wie etwa Sand selbst hergestellt. Auf diese Technik gestoßen ist Michaela Janke in der Malschule des Ulmer Künstlers Jens Drescher, die sie seit eineinhalb Jahren besucht.

Die Materialien, die Janke verwendet, sind alle natürlichen Ursprungs: Neben Sand mischt sie ihre Farben auch mit Eisen sowie fein bis grob gemahlenen Steinen – und sogar Gewürzen. Manches ihrer Werke duftet deshalb fast schon weihnachtlich: „Das ist der Zimt“, erklärt die Künstlerin. Durch die Verwendung dieser feinen Materialien seien ganz besondere Farbübergänge in den Gemälden möglich.

An ihren Werken macht sie sich nicht nur mit dem Pinsel zu schaffen: Auch ein Spachtel kommt zum Einsatz, denn die diversen Farbschichten trägt die Künstlerin nicht nur auf, sondern nimmt auch immer wieder eine ab. Eine Herausforderung, denn nicht immer ist das Bild danach besser als zuvor. „Wenn man noch eine weiße Leinwand vor sich hat, kann man machen, was man will. Mit jedem weiteren Schritt kommt es dann jedoch immer mehr darauf an, was das Bild braucht – und das ist nicht immer das, was man selbst gerade machen möchte“, erklärt Janke. Das könne mental richtig anstrengend werden, besonders wenn sie bereits seit Wochen oder sogar Monaten an einem Bild arbeite.

Jankes abstrakte Kompositionen auf den selbst auf Keilrahmen gespannten Leinwänden sind farblich mal in kühlen, mal in warmen Farbtönen gehalten; manche Werke kommen auch ganz ohne den Einsatz von Farben aus: Ganz in weiß wirken die Werke allein durch die Strukturen der verschiedenen Materialien.

Am Freitag, 14. September, findet in der Galerie „Kleine Wanze“ ab 19 Uhr die Vernissage der Ausstellung von Michaela Jankes Werken statt. Bis Sonntag, 23. September, werden ihre Arbeiten dort zu sehen sein.

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