Heidenheim / Sandra Gallbronner  Uhr
Bei dem neuen Vorhaben von Volksbank, HZ und Stadt können die Leser darüber abstimmen, wo in Heidenheim ein neues Spielgerät aufgebaut werden soll. Vier Standorte stehen zur Auswahl.

Sonne genießen, zurücklehnen, durchatmen. Wo geht das besser, als auf einer Bank im Grünen. Die Heidenheimer Volksbank hat in Kooperation mit der Heidenheimer Zeitung und der Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren für mehr Sitzmöglichkeiten gesorgt: Bei der Aktion „Volks-Bänke“ konnten die Bürger mitbestimmen, wo in Heidenheim eine Sitzbank aufgestellt oder dringend erneuert werden sollte. Auftakt der Leser-Abstimmung war 2011. Seitdem sponserte die Volksbank jährlich fünf Ruhebänke. Sechs packte sie zusätzlich oben drauf. Insgesamt haben somit 41 Bänke ihren Platz an beliebten Spaziergangwegen gefunden.

Nach dem sechsten Durchlauf der Aktion war aber Schluss. „Es gibt jetzt genügend Bänke“, ist sich Jürgen Pröbstle, Marketingchef der Heidenheimer Volksbank und Jurymitglied, sicher. Schluss mit „Volks-Aktionen“ ist deshalb aber lange nicht.

Eine neue Idee war schnell gefunden. Diesmal richtet sie sich an die kleinen Bürger, die wohl weniger Spaß daran haben dürften, ruhig auf einer Bank auszuharren.

So sollen in diesem Jahr erstmals Spielplätze in den Vordergrund rücken. Die Kernfrage: Welcher Spielplatz soll schöner werden? Und auch bei der Spielplatz-Aktion sind die Leser gefragt. Sie dürfen mitentscheiden, auf welcher bereits vorhandenen Fläche ein neues Spielgerät notwendig ist.

Wartungsintensiv und teuer

Vieles auf den Spielflächen liege im Argen, man wolle die Stadt dabei unterstützen, diese in Schuss zu halten, sagt Pröbstle. „Spielplätze sind sehr wartungsintensiv“, so der Volksbank-Bereichsleiter. Das bestätigt auch Markus Ferstl vom Fachbereich Stadtentwicklung, städtebauliche Planung und Umwelt: „Pflege und Unterhalt von über 100 Spielflächen bedeuten für die Stadt Heidenheim sehr großen personellen und finanziellen Aufwand.“

Pro Jahr und Spielplatz würden im Schnitt 1500 Euro zur Verfügung stehen. Nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass selbst ein kleines Spielhäuschen schon bei rund 3000 Euro liegt. Immer wieder komme es deshalb vor, dass ein marodes Spielgerät nicht ersetzt werden könne, wenn es aus Sicherheitsgründen abgebaut werden musste, so Ferstl.

Und es komme noch schlimmer: „Sobald man in einen bestehenden Spielplatz nichts mehr investiert, fällt nicht zuletzt wegen des sich immer mehr ausbreitenden Vandalismus das Qualitätsniveau sehr schnell stark ab.“ Dass es soweit erst gar nicht kommt, dafür könnte auch die Spielplatz-Aktion sorgen: „Wir können dadurch Spielgeräte austauschen oder ergänzen, die wir aus finanziellen Gründen nicht kaufen können“, sagt Ferstl.

101 öffentliche Spielplätze gibt es in Heidenheim, darunter 15 Bolzplätze und einen Skaterplatz. Für die Spielplatz-Abstimmung hat eine Jury, bestehend aus Markus Ferstl, Jürgen Pröbstle, dem Vorstandsvorsitzenden der Heidenheimer Volksbank Oliver Conradi, dem Leiter der „Kinderwelt“ Christoph Knak, HZ-Geschäftsführer Martin Wilhelm und HZ-Redaktionsleiter Thomas Zeller, eine Vorauswahl getroffen. Sie hat sich für die vier Spielplätze entschieden, die ihrer Meinung nach am dringendsten saniert werden müssen, für die 2019 aber keine Mittel vorhanden seien, so Ferstl. Ins Visier nahm die Jury zudem auch Spielflächen, die besonders gut angenommen werden und auf denen Geräte fehlen.

Abstimmen auf HZ-Homepage

Die Heidenheimer Volksbank spendet ein, zum Teil auch zwei Spielgeräte für einen der vier Spielplätze, die Stadt stellt sie auf. Über ein Online-Formular auf der Homepage der Heidenheimer Zeitung können Leser für einen der vier Spielplätze abstimmen.

Um noch mehr Aufenthaltsqualität rund um den Gewinner-Spielplatz zu bieten, spendiert die HZ eine sogenannte „Albliege“. Dabei handelt es sich um eine geschwungene Holzliege, die im Zollernalbkreis hergestellt wird.

Das Online-Voting der Spielplatz-Aktion läuft bis Ende Juni. Der Spielplatz mit den meisten Stimmen bekommt ein neues Spielgerät, das die Stadt nach Ablauf der Abstimmung bestellt, sodass es voraussichtlich im September aufgebaut werden kann. In Kürze wird es eine solche Abstimmung auch für Spielflächen in Giengen geben.

Auf der folgenden Karte sind die Standorte der vier Spielplätze abgebildet, bei denen dringend eine Sanierung notwendig ist oder Spielgeräte fehlen.

Abstimmung: Welcher Spielplatz in Heidenheim soll schöner werden?

Nun sind die Leser gefragt: Über das untenstehende Formular kann für einen der Spielplätze abgestimmt werden. Bei einem Klick auf die Bilder erscheinen Infos über den aktuellen Zustand der Spielplätze und was dort umgesetzt werden soll.

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Bolzplatz liegt vorne

Nachdem am ersten Tag der Abstimmung alle vier Spielplätze etwa gleichauf lagen, hat sich das Bild im Laufe der vergangenen Woche deutlich geändert. Mit 230 Stimmen (Stand Sonntagabend) hat nun eindeutig der Bolzplatz die Nase vorn. Dort sollen neue Tore und ein geebneter Boden für mehr Spaß sorgen.

Es folgt der Spielplatz im Brenzpark Süd (69 Stimmen), wo sowohl eine Slackline wie eine Vogelnestschaukel installiert werden sollen. Viel modriges Holz findet sich auf der Spielfläche am Hahnenschnabel (57 Stimmen), der mit neuem Spielhäuschen und Kletterkombination aufgewertet werden soll. An letzter Stelle steht bislang die Spielfläche am Kistelberg (44 Stimmen), wo die faulende Turmanlage ausgetauscht werden soll. Bis Ende Juni kann noch abgestimmt werden.