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Die Bereitschaft Rettungshundearbeit beim DRK Heidenheim wächst: Fünf Teams haben den anspruchsvollen Eignungstest bestanden und können mit die Ausbildung einsteigen.

Die Bereitschaft Rettungshundearbeit beim DRK Heidenheim wächst: Fünf Hunde und ihre Führer können nach bestandenem Test ihre Ausbildung zum Flächensuch-Team beginnen.

Es ist kein Test im herkömmlichen Sinne. Ausgeführt wird er vor einer Kulisse, die ein wenig an den Drehort eines Actionfils erinnert: Szenen mit rollenden Ölfässern, lauten Motorengeräuschen und rauchenden Feuerstellen wechseln sich ab mit denen von schreienden Menschen in Flattermänteln und Personen, die gerade einen Regenschirm öffnen.

Die Helden: junge angehenden Rettungshunde

Die Helden, die sich in der Szenerie beweisen mussten, sind junge, angehende Rettungshunde. Wie Bereitschaftsleiter Bernd Weireter in seiner Funktion als Einsatzführungskraft erklärt, können die Tiere in der Arbeitspraxis unterschiedlichen Situationen ausgesetzt sein. Unter ihnen befinden sich auch Konstellationen, die insbesondere den Vierbeinern extrem viel abverlangen. Zum Beispiel sollten diese sich in Schrecksekunden so souverän verhalten, dass sie nicht mit Panik und Flucht reagieren.

Auch das schnelle Umschalten in diverse Modi muss einwandfrei funktionieren. Während beispielsweise in der einen Situation Gehorsam gefragt ist, sollen in einer anderen die Fellnasen nötigenfalls auch selbstständig Entscheidungen treffen und handeln.

Für all diese Eventualitäten müssen Mensch und Hund eine Einheit bilden, die in einer vertrauensvollen Partnerschaft miteinander agieren. „Die Vorbereitung darauf braucht natürlich viele Übungsstunden, die wir – nebenbei bemerkt – als Ehrenamtliche in unserer Freizeit absolvieren.“

Wie reagieren Hunde auf beißenden Qualm?

In dem Test soll geklärt werden, ob sich Elfi Ebert mit „Cora“, Matthias von Wedel mit „Ferri“, Gabriele Hierholz mit „Aila“, Luise Oberlader mit „Tammy“ sowie Heike Vogler mit „Finja“ als künftige Rettungshundeteams eignen würden. Die Anforderungen dafür sind hoch. Die Actionszenen, wie das Umgehen von beißendem Qualm, stellen nur einen Teil des Gesamtprogramms dar.

Auch die Kunst, verschiedene Untergründe vorsichtig, aber angstfrei zu meistern, gehört dazu. Darunter fällt zum Beispiel das Begehen von Gitterrosten. An anderen Stellen sollen Brücken über- und Tunnel durchquert werden. Zudem werden Grundkommandos abgefragt, weiterhin das Verhalten gegenüber fremden Menschen und nicht zuletzt gegenüber den eigenen Artgenossen.

Such!

Den Abschluss bildet die sogenannte Eigenanzeige. Hierbei wird der jeweilige Hundeführer versteckt – und sein vierbeiniger Partner muss ihn finden.

Die Mühen haben sich gelohnt: Katrin Kolbe, selbst langjähriges, aktives Mitglied der DRK-Bereitschaft im Kreisverband Reutlingen, Rettungshundeausbilderin und Buchautorin, hatte sich zur Prüfungsabnahme bereiterklärt. Unter ihren wohlwollenden, aber dennoch kritischen Blicken haben alle fünf Teams den anstrengenden Parcours durchlaufen und nach der Bewertung bestanden. Dafür erhielten sie eine Urkunde, was auch Weireter sichtlich stolz macht: „Damit haben sie schon die erste große Hürde geschafft. Jetzt kann die eigentliche Ausbildung beginnen.“