Preise Was kostet ein Stück Heidenheim?

Kaum einer kennt die Grundstückspreise besser: Raimund Bosch, Leiter der Geschäftsstelle des städtischen Gutachterausschusses.
Kaum einer kennt die Grundstückspreise besser: Raimund Bosch, Leiter der Geschäftsstelle des städtischen Gutachterausschusses. © Foto: räp
Andreas Uitz 08.11.2013
Wie hoch ist der Grundstückspreis in der Innenstadt, wieviel muss man für den Quadratmeter Bauland auf den Reutenen bezahlen, was ist eine Eigentumswohnung in der Oststadt wert? Antworten darauf gibt der städtische Gutachterausschuss.

Schon seit vielen Jahren werden im Geschäftsbereich Vermessung und Geoinformation im Rathaus dem Gesetz entsprechend Daten gesammelt. Daten über alle Verkäufe von bebauten wie unbebauten Grundstücken und Wohnungen, die notariell besiegelt werden. Auf diese Weise ist eine bedeutende Datensammlung entstanden, auf deren Grundlage der sogenannte Gutachterausschuss ermitteln kann, wie sich die Grundstückspreise in welchen Bereichen der Stadt entwickeln.

Das Gremium besteht aus 17 Mitgliedern mit qualifizierter Markt-, Fach- und Sachkenntnis auf dem Gebiet der Grundstücksbewertung. Der Gutachterausschuss verfügt über eine Geschäftsstelle im Rathaus, bei der alle Daten zu Verkäufen von Grundstücken und Immobilien gesammelt werden. Doch geschieht dies keinesfalls aus reinem Selbstzweck. Denn der Gutachterausschuss ist vielen ein wichtiger Ratgeber wenn es darum geht, herauszufinden, zu welchem Preis sie ihre Immobilien veräußern können. Und diese Dienstleistung wird häufig nachgefragt: In den Jahren 2012 und 2011 hat der Gutachterausschuss immerhin rund 120 Wertgutachten für Immobilien im Gesamtwert von nahezu 20 Millionen Euro erstellt.

Als Grundlage für die Bewertung dient die umfangreiche Datenbank. In dieser als Bodenrichtwertkarte bezeichneten Sammlung ist das Heidenheimer Stadtgebiet in rund 250 Zonen aufgeteilt. Alle getätigten Verkäufe werden in der jeweiligen Zone registriert und Jahr für Jahr in die sogenannte Kaufpreissammlung aufgenommen. Allein in den Jahren 2011 und 2012 wurden 1100 Verkäufe registriert, und in den Jahren 2010 und 2010 lag der Grundstücksumsatz bei nahezu 200 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr wurden der Statistik zufolge 275 Eigentumswohnungen oder Teileigentum verkauft, hinzu kommen 165 freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser und Reihenhäuser. Die Zahl der veräußerten Bauplätze lag bei lediglich 16.

Aus der Bodenrichtwertkarte lassen sich interessante Zahlen ablesen. So liegt der Quadratmeterpreis für erschlossene Wohnbauflächen in Heidenheim zwischen 90 und 300 Eure, je nach Lage. In der Innenstadt muss man sogar bis zu 1350 Euro für den Quadratmeter hinblättern. Günstiger wird es etwa in Mergelstetten, wo die Preise zwischen 110 und 180 Euro liegen oder in Schnaitheim, wo der Quadratmeter zwischen 100 und 160 Euro kostet. In Aufhausen (115 bis 150 Euro), Oggenhausen (75 bis 110 Euro) und Großkuchen (60 bis 90 Euro) sind die erschlossenen Wohnbaugrundstücke nochmal deutlich günstiger.

Grundsätzlich, erklärt der Leiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Raimund Bosch, sei der Grundstücksmarkt in Heidenheim seit Jahren relativ stabil. Große Schwankungen nach oben oder unten seien kaum wahrzunehmen.

Der Gutachterausschuss, der die Wertermittlungen im Auftrag von privaten oder juristischen Personen aber auch fürs Amtsgericht, das Sozialamt oder die Stadt vornimmt, bewertet sowohl Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser als auch Mehrfamilienhäuser, Büro- und Geschäftsgebäude, landwirtschaftliche Objekte und Eigentumswohnungen. Wobei die Auftraggeber für diese Dienstleistung natürlich bezahlen müssen.

Bei, Verkauf sind die Verhandlungspartner keinesfalls an das Ergebnis der Wertermittlung gebunden. So wurde 2011 im Durchschnitt ein um 8,1 Prozent niedrigerer Kaufpreis bezahlt als im Gutachten ermittelt, im Jahr 2012 lag der Kaufpreis im Durchschnitt 3,2 Prozent höher.