Verkehr Warum es sich heute in Heidenheim mehrfach staute

Nadelöhr am Eugen-Jaekle-Platz: Wegen des Hindernisses auf der Radspur (links) wurde die vielbefahrene Straße halbseitig gesperrt – und dann, der Einsicht folgend, wieder aufgemacht.
Nadelöhr am Eugen-Jaekle-Platz: Wegen des Hindernisses auf der Radspur (links) wurde die vielbefahrene Straße halbseitig gesperrt – und dann, der Einsicht folgend, wieder aufgemacht. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / erwin bachmann 24.06.2016
Für Stunden war Heidenheim zu Stauhausen geraten. Der Wandel war rathausgemacht, aber nicht gewollt – und er wurde rückgängig gemacht.

Der erste Fehler passierte in den Morgenstunden. Mitten im Berufsverkehr war am Eugen-Jaekle-Platz damit begonnen worden, an einem Wasseranschluss, der fürs Straßenfest benötigt wird, ein aus dem Boden herausragendes Standrohr zu montieren. Gleichzeitig wurde die an den Radweg angrenzende Fahrspur der Bundesstraße halbseitig gesperrt – damit Radler das Hydranten-Hindernis umfahren und gefahrlos auf die Fahrbahn ausweichen können.

Ausgerechnet während der Rush-Hour

Weil das Ganze nach Darstellung der Stadtverwaltung entgegen der Absprachen und einer verkehrsrechtlichen Anordnung geschah, wurden die auf eigene Faust aktiv gewordenen Monteure – gemeint sind Beschicker des Straßenfestes – vom Rathaus zurückgepfiffen. Rasch nämlich hatte man einen Hinweis aus der Bürgerschaft erhalten, die sich ausgerechnet während der Rush-Hour in ihrer Automobilität jäh gebremst sah: Das Nadelöhr im Herzen der Stadt hatte einen Rückstau verursacht, der bis in die Weststadt und darüber hinaus bis an den westlichen Ortseingang auf Höhe des Jahnhauses reichte. Im fahrbaren Schwitzbad sitzende Einpendler mussten erstmal die Seele auspendeln, um angestauten Frust loszuwerden und zu verhindern, dass gleich der ganze Tag unter die Räder des nervenzermürbenden Stop-and-go-Verkehrs gerät.

Der zweite Fehler geschah geplant und ereignete sich damit termingerecht. Punkt zwölf wurde der Hydrant erneut gesetzt, die Straßenabsperrung wieder angebracht, auf dass die Sicherheit der Fahrradfahrer für die gesamte Dauer des Straßenfestes, also auch noch während des heutigen Samstages, vollumfänglich gewährleistet sei. Doch was in den Morgenstunden noch eigenmächtig und dann zur Mittagszeit administrativ gewollt war, zeigte ganz überraschend die selben Auswirkungen: Wieder stockte der Verkehr, wieder geriet die Clichystraße bis hinaus zur Weststadtkreuzung zu einem langgezogenen Großparkplatz, wieder stolperte das Fortkommen über den eigenen Bremsfuß.

Radfahrer müssen doch aus dem Sattel

Und wiederholt war's ein Fingerzeig aus der Außenwelt, der die Verwaltung veranlasste, der Einsicht Vorfahrt einzuräumen. Von jetzt auf nachher wurde der Engpass beseitigt, die zweite Spur freigeräumt – freilich um den Preis, dass Radfahrer nun kurz aus dem Sattel müssen, wenn sie denn ganz sicher sein wollen, beim Ausweichen vor dem Hindernis nicht in den nunmehr wiederhergestellten Verkehrsfluss zu geraten.

Womit sich das Rathaus möglicherweise in eine Sackgasse manövriert hat, wo schon die Radfraktion mit Schelte wartet. Was ratlos macht.

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