Heidenheim Warten auf die zündende Idee für Heidenheimer Fußgängerzone

Vor allen Dingen im südlichen Teil der Hauptstraße klagen die Händler über mangelnde Besucherfrequenz. Ob eine ansprechendere Gestaltung des Straßenbildes allein helfen würde, bezweifelt auch der Handel.
Vor allen Dingen im südlichen Teil der Hauptstraße klagen die Händler über mangelnde Besucherfrequenz. Ob eine ansprechendere Gestaltung des Straßenbildes allein helfen würde, bezweifelt auch der Handel. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Andreas Uitz 14.04.2018
Seit vielen Jahren gibt es den Ruf nach Veränderung in der Hauptstraße. Passiert ist bisher nichts, aber das liegt auch an den Hausbesitzern – und an fehlenden Vorschlägen.

Schon lange ist Heidenheims „Gute Stube“, die Fußgängerzone, ein Problemkind. Vor Jahren schon wurde das nicht nur von der Stadtverwaltung erkannt, auch der Gemeinderat ist sich darin einig, dass Veränderungen dringend notwendig sind. Und der innerstädtische Handel stimmt in dieses Lied mit ein.

„Ich vertrete schon seit längerem die Ansicht, dass die optische Anmutung der Fußgängerzone nicht mehr ganz dem Zeitgeist entspricht“, so Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Bereits im Jahr 2014 hatte er geäußert, dass vieles im Argen ist und dabei beispielsweise die uneinheitlichen Bodenbeläge und die Beleuchtung angesprochen. „Ich könnte mir die Hauptstraße auch ganz ohne Pflaster vorstellen“, sagte der OB vor vier Jahren.

Umgestaltung der ganzen Innenstadt?

Bemühungen, in der Hauptstraße ein einheitlicheres aber vor allen Dingen einladenderes Bild zu schaffen, reichen weit zurück. Diskussionen um schönere Außenbewirtschaftung gab es schon vor Jahren ebenso wie um das Verbannen von Aufstellern in der Fußgängerzone. Oder ein Plakatierverbot. Das hatte der Gemeinderat zwar schon 2011 beschlossen, 2012 sollte es in Kraft treten – doch umgesetzt wurde es nie.

Nachdem Anfang 2017 das „Städtebauliche Leitbild 2024 vorgestellt worden war, in dem von zahlreichen Umgestaltungen in der gesamten Innenstadt die Rede war, kam die Diskussion um die Fußgängerzone erneut auf. Die Vorsitzenden aller Fraktionen im Gemeinderat aber auch die Stadträte der Linken und der DKP waren sich darin einig, dass eine Neugestaltung der Fußgängerzone notwendig ist. Doch passiert ist seitdem nichts.

Keinen Grund, die City schlecht zu reden

„Es gibt derzeit keine Planungen“, sagt der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Und OB Ilg betont, dass es für die Stadt eine dauerhafte Aufgabe ist, dass die Fußgängerzone auf dem derzeitigen „ansprechenden und gepflegten Niveau“ gehalten wird. „Auch im Vergleich mit anderen Städten gibt es keinen Anlass, die Heidenheimer City schlecht zu reden“, sagt der Oberbürgermeister.

Jeder Verantwortliche, vom Grundstückseigentümer über den Ladenbesitzer bis hin zum Gaststättenpächter,sei gefragt, für ein ansprechendes Erscheinungsbild zu sorgen. „Es gibt nämlich durchaus einige Ecken in der Innenstadt, denen eine ordnende Hand gut täte“, so Ilg. Es habe bereits mehrere Versuche gegeben, mit der Geschäftswelt Verbesserungen zu erzielen, etwa bei Möblierung und Beleuchtung, doch seien diese immer wieder gescheitert.

Dieses Problem kennt auch Charles Simon, Vorsitzender der Händlervereinigung HDH. „Unser Sorgenkind ist immer noch die südliche Hauptstraße, hier herrscht einfach zu wenig Frequenz, obwohl sich die Händler nach Kräften bemühen.“ Doch verantwortlich für diese Situation ist seiner Ansicht nach nicht die Stadtverwaltung. „Die können da nichts tun“, sagt Simon. Vielmehr seien es die Hausbesitzer, denen nicht daran gelegen sei, den Handel zu beleben. „Die vermieten verstärkt an Dienstleister, aber die müssen nicht unbedingt in die Fußgängerzone“, so der HDH-Vorsitzende.

Würde denn eine Neugestaltung der Hauptstraße die Probleme beheben? „Ein schöneres Bild wäre das i-Tüpfelchen, aber damit wären noch keine Leerstände belegt.“ Natürlich könne ein schöneres Straßenbild für eine optische Aufwertung sorgen, aber mehr Frequenz könnten nur attraktive Geschäfte bringen, ist sich Simon sicher.

Es habe diesbezüglich schon zahlreiche Gespräche zwischen Händlern und Stadtverwaltung gegeben, „aber wir haben keine Idee, was wir tun können, um das zu erreichen.“ Der OB, so Simon, sei ebenso wie der HDH offen für alle guten Vorschläge „aber bisher ist uns einfach nichts Zündendes eingefallen“, bekennt der HDH-Vorsitzende.

Ideen von Händlern werden geprüft

Gleichwohl ist die Neugestaltung der Fußgängerzone nicht ganz von der Tagesordnung verschwunden, auch wenn sie sie derzeit weit hinten steht. „Die Stadtverwaltung verfolgt das Ziel, den öffentlichen Raum in den Innenstadt, ausgehend vom Umfeld des Rathauses und der Grabenstraße sowie in der Hauptstraße insgesamt zu verbessern, was aber nicht gleich morgen geschehen wird“, so Ilg.

In diesem Zusammenhang prüfe man auch die Anregungen von Händlern in der südlichen Hauptstraße, die einige Ideen vorgetragen hätten, um diesen Bereich attraktiver zu gestalten.

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