Warnstreik Warnstreik im Kreis: IG Metall will Beschäftigte von 14 Firmen mobilisieren

Die IG Metall ruft zum Warnstreik auf.
Die IG Metall ruft zum Warnstreik auf. © Foto: Archiv
Erwin Bachmann 08.01.2018
Am Mittwoch will die IG Metall die Beschäftigten von 14 Firmen im Stadt- und Kreisgebiet mobilisieren.

Die Ruhe ist eine trügerische, denn sie ist die vor dem Sturm. Hinter den Kulissen haben sich die Funktionäre der IG Metall schon zwischen den Feiertagen auf jenen Ernstfall vorbereitet, der nunmehr tatsächlich Wirklichkeit wird, denn in dieser Woche zeigen auch die Heidenheimer Metaller Flagge – und greifen auf breiter Front in die laufende Tarifrunde ein.

Die landesweit ausgegebene Parole heißt „Warnstreik“ und betrifft im Kreis Heidenheim 14 tarifgebundene Unternehmen, deren Beschäftigte aufgefordert werden, am 10. Januar, also am Vortag der dritten Verhandlungsrunde, mindestens eine Stunde früher Schluss zu machen. „In der Regel betrifft das alle Arbeitsbereiche“, sagt Ralf Willeck, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim, auf dessen Liste die Namen bekannter Unternehmen stehen: die Voith GmbH, Voith Paper, Voith Turbo und Voith Hydro sowie Epcos, Christian Maier und Elring Klinger in Heidenheim, dazu Alligator und BSH (Fabrik und Logistik) in Giengen, Osram in Herbrechtingen, Varta in Dischingen, Gardena in Niederstotzingen und Pfisterer in Gussenstadt.

Drei Unternehmen, die aktuell in einer eher schwierigen Situation stehen – darunter die SHW Casting Technologies Königsbronn –, werden von dem Arbeitskampf ausgenommen, dessen Ausgang ebenso ungewiss ist wie sein Verlauf.

Drei Unternehmen ausgenommen

Sollte sich nichts bewegen, droht ab der am 22. Januar beginnenden Woche eine Fortsetzung des Warnstreiks, bei dem dann draufgesattelt wird. Willeck spricht von mindestens zwei Stunden, da und dort könne es aber auch mehr werden, man orientiere sich da ganz an der Stimmung im jeweiligen Betrieb. Kommt auch dann noch kein positives Signal aus dem Arbeitgeberlager, plant die im Kreis Heidenheim mit rund 12 300 Mitgliedern vertretene IG Metall, einzelne Betriebe 24 Stunden lang lahmzulegen. Erpicht sei man nicht darauf, denn Streik sei immer das letzte Mittel – aber eben auch Teil einer schon oft erlebten Wirklichkeit, auf die man sich bereits vorbereitet. „Die Pläne liegen in der Schublade“, sagt Ralf Willeck, der auf seiner Seite den Unmut und Zorn wachsen sieht, zumal sich die Arbeitgeber zuvorderst an dem von der Gewerkschaft geforderten Recht auf eine vorübergehende Absenkung der Wochenarbeitszeit stören. „Dies schon im Vorfeld als rechtswidrig zu bezeichnen und mit Klage zu drohen, ist eine Frechheit und diskreditierend“, urteilt Willeck, der nur den Kopf darüber schüttelt, dass die Arbeitgeber in diesem Zusammenhang von einem Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung sprechen. Unverschämt sei das, scheinheilig dazu: „Wenn's um Leiharbeiter geht, haben die Unternehmer mit der Ungleichbehandlung kein Problem.“