Heidenheim Draufgeblickt (18) Wie die Schloss Arkaden Heidenheim veränderten

Heidenheim / Andreas Uitz 20.08.2018
In nur eineinhalb Jahren wurden die Schloss-Arkaden gebaut. Mit ihnen hat sich der innerstädtische Handel, vor allem aber das Stadtbild verändert.

So ist das bei vielen Dingen: Zu Beginn stehen die Menschen den Veränderungen skeptisch gegenüber, doch hat man sich erstmal an etwas gewöhnt, gerät das frühere schnell in Vergessenheit. Am Beispiel der Schloss-Arkaden wird das besonders deutlich. Das Einkaufscenter gehört schon lange zum Stadtbild, genauer gesagt seit beinahe 14 Jahren: Am 7. Oktober 2004 wurde es eröffnet und bot den Heidenheimern bis dahin hier unbekannte Shopping-Dimensionen.

Zu dieser Zeit waren so großes innerstädtische Einkaufscenter zumindest auf der schwäbischen Alb nichts alltägliches, und so verwunderte es nicht, dass in den ersten Monaten nach der Eröffnung wahre Heerscharen von Neugierigen aus der ganzen Region nach Heidenheim pilgerten, um einen Blick in die Schloss-Arkaden zu werfen und einzukaufen.

Zuerst wurde abgerissen

Der Eröffnung vorangegangen war eine nur eineinhalbjährige Bauzeit. Eingeläutet wurde der Neubau durch Abrisse, als erstes stand die frühere Voelter-Villa, die zuletzt als Jugendhaus genutzt wurde, an. Im Vorfeld hatte es zahlreiche Proteste gegen den Abriss des Gebäudes gegeben. Weniger kritisch gesehen wurde hingegen der Abbruch des direkt gegenüber gelegenen Kaufhauses, das zuletzt unter dem Namen Rupprecht firmierte. Am 24. März 2003 begann der Abbruch der früheren Heidenheimer Institution. Es war das erste große Kaufhaus, das hier eröffnet worden war, im Jahr 1957 – unter dem Namen Merkur. Ende der 1970er Jahre wurde das Kaufhaus dann in Horten umbenannt, bevor es 1994 zu Rupprecht wurde unter dem Dach der Kaufring AG. Im Dezember 2000 wurde das Kaufhaus endgültig geschlossen, bis zum Abriss stand es drei Jahre leer.

Während dieser Zeit entwickelte sich die nördliche Karlstraße zu einem „toten Eck“, der Bereich wurde oft auch als Schandfleck bezeichnet, weil er zunehmend verwahrloste. Mit der Ankündigung des Investors ITG, hier ein großes Einkaufscenter zu bauen, gab es aber erneut heftige Diskussionen in der Bevölkerung, weil dafür etliche Gebäude abgerissen werden mussten. Darunter auch das ehemalige Finanzamt an der Schnaitheimer Straße. Übriggeblieben ist von diesem nur das schmiedeeiserne Tor, das sich am neuen Eingang zum heutigen Finanzamt in den Schloss-Arkaden an der Marienstraße befindet. Auch weitere Gebäude an der Olgastraße und in der damals noch existierenden, heute komplett überbauten, nördlichen Karlstraße, mussten dem aus damaliger Sicht gigantischen Bauvorhaben weichen.

Deutlich kürzere Bauzeit

Für dieses war ursprünglich von einer deutlich längeren Bauzeit ausgegangen worden. Zwei Jahre hatte man in etwas kalkuliert, doch schon nach eineinhalb Jahren wurden die Arkaden eröffnet. Noch während der Bau in vollem Gange war, gab es immer wieder Spekulationen, ob das Einkaufszentrum noch erweitert werden soll. Auch nach der Eröffnung gingen die Überlegungen weiter, unter anderem erklärte der Investor, dass darüber nachgedacht wird, auch das Polizeirevier abzureißen und die Schloss-Arkaden bis dorthin zu erweitern. In erster Linie sollte das dazu dienen, auch einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. Zu dieser Zeit gab es sogar Überlegungen, wo dann die Polizei angesiedelt werden könnte – doch wie man heute sieht, wurde aus all diesen Überlegungen nichts.

Besucheransturm Von Anfang an wurde das Shopping-Center gut angenommen. Bei einer Hauptversammlung der Werbegemeinschaft der Schloss-Arkaden im Jahr 2007 war von täglich 17 000 Besuchern die Rede, die von dem automatischen Systemen gezählt wurden. Schon am 19. Oktober 2006 – zwei Jahre nach der Eröffnung – war der zehnmillionste Besucher begrüßt worden.

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