Sanierung Waldbad: Die Kritik an der Baustelle häuft sich

Heidenheim / Erwin Bachmann 02.06.2017
Neueste Wasserstandsmeldung aus dem Rathaus: Es wird tatsächlich noch ein paar Wochen dauern.

Der Zeitplan für die letzte Sanierungs-Phase im Waldbad ist ins Schwimmen geraten. Ausbaden muss es in erster Linie das Personal, das oft als Sündenbock herzuhalten hat, wenn sich Besucher ungeachtet des funktionierenden Badebetriebs darüber aufregen, dass das „halbe Freibad“ zwei Wochen nach seiner Eröffnung noch immer eine Baustelle ist.

Dabei war alles gut gemeint. Stolze 1,7 Millionen Euro hatte die Stadt im Laufe der beiden zurückliegenden Jahre locker gemacht, um das Bad einer Verjüngungskur zu unterziehen. Dass die noch immer nicht beendet ist, hat auch mit dem 2016 im Rathaus gefassten Beschluss zu tun, die eigentlich für die Zeit nach der Saison 2017 vorgesehenen Restarbeiten vorzuziehen und alles auf einen Streich fertigzustellen.

Dass eben diese Rechnung nicht ganz aufgegangen ist, stößt nun auf wachsende Kritik. Dies um so mehr als der Bauleiter einen Tag vor der Eröffnung noch in Aussicht gestellt hatte, dass die letzten Spuren der Bautätigkeit in zwei Wochen beseitigt sein dürften. Eine Aussage, die wohl etwas voreilig war, wie man spätestens am heutigen Tag weiß, da diese Frist verstrichen ist.

Wie also geht's weiter? Der von Donnerstag stammenden Wasserstandsmeldung zufolge braucht's noch mal Geduld, doch steht fest, dass der eigentlich schon am Himmelfahrtstag geplante Tag der offenen Tür mit freiem Waldbad-Eintritt tatsächlich an Fronleichnam, also am 15. Juni, stattfinden wird.

Allerdings, so teilte es Rathaus-Pressesprecher Wolfgang Heinecker auf Anfrage mit, wird auch dann noch nicht alles komplett sein.

Noch wochenlang zu tun

Im Hauptgebäude ist der Kassen- und Eingangsbereich weitgehend fertiggestellt. Die Sammelumkleide im oberen Stock wird aber erst in etwa drei Wochen fertig, weil dort noch die Fliesenleger am Werk sind und auch noch eine Treppe geliefert werden muss. Ebenfalls drei Wochen braucht's noch, um den Mutter-Kind-Bereich im Erdgeschoss fertigzustellen. Für die Damen- und Herren-Duschen im Erdgeschoss ist in vier Wochen mit dem Abschluss zu rechnen.

Im Schwimmmeister-Gebäude sind die Duschen und Toiletten fertig und auch die Trennwände eingebaut, heißt es im Rathaus. Als Zwischenlösung sind dort die eigentlich für die Sammelumkleide gedachten Spinde aufgestellt worden, die nächste Woche ausgettauscht werden, wenn die neuen Schränke da sind. Endgültig an ihrem richtigen Platz sind dagegen schon die neuen, mehrfunktionalen Föns, die nach Bekunden des im Rathaus für den Sport zuständigen Fachbereichsleiter Matthias Heisler auch funktionieren, wenn man sie denn richtig bedient.

Auch bezüglich der Montage des neuen Behinderteneinstiegs in das Schwimmerbecken meldet die Verwaltung Vollzug. Von den fünf Durchschreitebecken hingegen konnten wegen verspäteter Anlieferung der Betonteile zunächst nur zwei eingebaut werden, bevor heute zwei weitere folgen. Das letzte Becken kommt Mitte nächster Woche an die Reihe, worauf dann die behelfsmäßig eingerichtete Schotterpiste zurückgebaut und durch einen Gitterrasen ersetzt wird.

Viele widrige Umstände

Die Verzögerungen beruhen nach Darstellung Heineckers auf einer Kette von Einzelursachen, die zum Teil bis 2016 zurückgehen, als die Planungen aus Kostengründen nochmals geändert werden mussten.

Wegen des Frostes im späten Frühjahr habe man zwei Wochen lang keinen Estrich gießen, auch nicht fliesen können. Bei den Duschtrennwänden und Spinden gab es Lieferschwierigkeiten.

Wem diese Erklärung nicht ausreichend erscheint, dem mag folgendes ein Trost sein: Es gibt Freibäder im Land, die erst an Pfingsten öffnen.