Wasser Waldbad: 20.000 Besucher mehr als vor einem Jahr

Lange Schlange vorm Waldbad: Ein Bild aus den heißen Juni-Tagen, die den Schub in der Besucher-Statistik ausgelöst haben.
Lange Schlange vorm Waldbad: Ein Bild aus den heißen Juni-Tagen, die den Schub in der Besucher-Statistik ausgelöst haben. © Foto: Jennifer Räpple
Heidenheim / erwin bachmann 08.07.2013
Am 19. Juni gab es fast nur noch Stehplätze im Wasser des Nichtschwimmerbeckens. Ungeachtet der gefühlten Temperaturen kamen bis jetzt deutlich mehr Besucher ins Waldbad als in den Jahren zuvor. Doch die Zahl der Badegäste ist nicht die einzige Kennziffer, die bei den Heidenheimer Stadtwerken wächst.

Wasser umspült den gesamten Alltag, an dem jeder Heidenheimer im Durchschnitt immerhin 130 Liter verbraucht. Das ist an sich nicht wenig und doch noch steigerungsfähig, denn macht der Sommer mal über einen etwas längeren Zeitraum Ernst, pumpen die Heidenheimer Stadtwerke deutlich mehr Wasser durch die 245 Kilometer an lokalen Wasserleitungen.

Trotzdem sitzt das Energieversorgungsunternehmen auch bei Spitzennachfrage nicht auf dem Trockenen. So holten die Stadtwerke am sonnenverwöhnten Samstag ohne viel Federlesen rund 11 600 Kubikmeter Wasser aus dem bis zu 150 Meter tiefer gelegenen Karstgrund der Schwäbischen Alb, doch die höchste Tages-Förderung geht erstaunlicherweise auf einen April-Tag zurück, an dem 14 000 Kubikmeter Wasser geschöpft wurden.

Privater Wasserverbrauch geht zurück

Tendenziell aber geht der private Wasserverbrauch in Heidenheim eher zurück. Im Geschäftsjahr 2012 lag er mit rund 2,24 Millionen Kubikmetern erneut leicht unter dem Vorjahresniveau, was Stadtwerke-Pressesprecher Ingo Wolf auf den bewussten Umgang der Verbraucher, aber auch auf den verstärkten Einsatz wassersparender Haushaltsgeräte zurückführt. Dass sich die Trinkwasser-Abgabe unterm Strich um 8,8 Prozent auf etwas über drei Millionen Kubikmeter erhöht hat, hat einen ganz anderen Grund, lag im Wesentlichen an Instandhaltungsmaßnahmen, in deren Rahmen das weitreichende Leitungsnetz der Stadtwerke durchgespült werden musste.

Aktuell heißt es eher witterungsbedingt „Wasser marsch“, auch und gerade im Heidenheimer Waldbad. Allein ins Schwimmerbecken passen 2,5 Millionen Liter rein, die seit einigen Tagen gehörig Wellen schlagen. Dort tummelten sich am Wochenende etwas mehr als 2500 Besucher – durchaus beachltlich und doch weit entfernt vom Spitzenwert dieses Jahres, der mit 14 800 Besuchern am glutheißen 19. Juni dieses Jahres zusammen mit seinen Nebenwirkungen durchaus ein Stück Waldbad-Geschichte geschrieben hat: fast nur noch Stehplätze im Nichtschwimmerbecken, Platznot auf dem Festland.

Bisher fast 60.000 Besucher im Waldbad

Genau dieser Rekordtag und einige wenige heiße Juni-Tage waren es, die die bis dahin schlechte Besucher-Statistik in den Schatten gestellt haben. Und ungeachtet der gefühlten Temperaturen bewirkt haben, dass die bis jetzt erreichten Besucherzahlen deutlich höher ausfallen als in den Jahren zuvor. Konkret: Wiewohl der Mai 2013 mit gerade mal 2300 Besuchern ins Wasser fiel, wurden an der Freibad-Kasse bis zum vergangenen Sonntag knapp 60 000 Besucher gezählt und damit gut und gern 20 000 mehr als vor einem Jahr. Das nährt bei der städtischen Bäderverwaltung die Hoffnung, dass man am Ende der noch bis 8. September laufenden Waldbad-Saison eine erfolgreiche Bilanz vermelden kann. Allerdings müssen schon noch ein paar Hitzeschlachten geschlagen werden, will man am Ende an die knapp über 140 000 Gäste des gesamten vergangenen Jahres herankommen.

In der Gesamtbetrachtung ist und bleibt das Waldbad trotz aller klimatischen Unwägbarkeiten eine Erfolgsgeschichte: Seit der Eröffnung im Jahre 1954 hat die bis heute ungebrochene Attraktivität der Freizeitstätte gut und gern zehn Millionen Besucher ins kühle Nass gespült. Und wer in diesen schönen Tagen befürchtet, im Waldbad oder am Badesee als Grillhähnchen zu enden, findet die nächstgelegene Alternative in der Aquarena. Tatsächlich flüchten sich auch und gerade an heißen Hochsommertagen ganze Scharen Badelustiger in den verträglicheren Schatten dieses Hallenbades, dessen Statistik von den sommerlichen Schüben durchaus zu profitieren vermag: Bislang verzeichnet man gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 ein Plus von 1500 Badegästen.

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