Seit Montag, 19. August und noch bis Donnerstag, 22. August, sind auf dem Waldfriedhof in Heidenheim vereinzelte Bäume mit einem Flatterband abgesperrt. Hintergrund ist die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners. Die Bäume wurden in diesem Frühjahr gegen den Eichenprozessionsspinner gespritzt. Einige Bäume brauchen trotzdem eine Zusatzbehandlung, sie werden mit einem Spezialgerät abgesaugt.

Stadt hatte bereits im Mai die Larven bekämpft

Im vergangenen Jahr hatte es bei den Eichen auf dem Friedhof einen massiven Befall durch den Eichenprozessionsspinner gegeben. In diesem Jahr sorgte die Friedhofsverwaltung vor: Am 5. Mai wurde der Friedhof gesperrt, damit eine Fachfirma einen so genannten Populationshemmer versprühen konnte. dieser sorgt dafür, dass die Larven sich nicht weiterentwickeln. Allerdings werden in der Regel nicht alle Kolonien erreicht. Diese werden nun abgesaugt.

Das ist das Risiko bei Prozessionsspinnerraupen

Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen so genannte Brennhaare, die leicht abbrechen und in der Haut stecken bleiben können. Dort führen sie zu Ausschlägen und teilweise heftigem Juckreiz, die zum Beispiel mit Insektenstichcreme behandelt werden können. In den hohlen Haaren befinden sich außerdem giftige Ausscheidungsprodukte der Raupe, die sie dort zwischenlagert.

Durch dieses Thaumetopoein verstärken sich die Reizungen, gelegentlich kommen auch stärkere allergische Reaktionen vor, die einen Besuch beim Arzt nötig machen. Dafür brauche es jedoch einen massiven Kontakt oder eine besondere persönliche Empfänglichkeit.

Die Haare des Eichenprozessionsspinners können zu Reizungen, Juckreiz und allergischen Reaktionen führen.
Die Haare des Eichenprozessionsspinners können zu Reizungen, Juckreiz und allergischen Reaktionen führen.
© Foto: dpa

Nester der Raupen bleiben längere Zeit gefährlich

Die Larven häuten sich in ihrem Nest mehrfach und stoßen dabei jeweils eine leere Hülle ab, die die betreffenden Haare trägt. Ende Juni sind die Raupen mit ihrer Entwicklung nahezu fertig und verpuppen sich bald, die Falter schlüpfen Ende Juli. Die Raupennester bleiben mit den enthaltenen Häutungsresten auch da­rüber hinaus „infektiös“, bei trockener Lage teilweise sogar einige Jahre lang. Diese Gespinstballen sollten daher nicht berührt oder manipuliert werden, insbesondere, wenn sie zu Boden gefallen sind. Experten empfehlen, dass man Abstand zu Nestern hält und dafür sorgt, dass auch Kinder und Hunde das befolgen.

Deshalb verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner

Die Ursache liegt wahrscheinlich im Klimawandel. Der Eichenprozessionsspinner kann sich mittlerweile auch in sonst kühleren Gebieten ansiedeln. Es gibt außerdem immer wieder Jahre mit einer Massenvermehrung, dazwischen gibt es Jahre, in denen er sich weniger stark verbreitet. Verantwortlich für die Schwankungen sind die Witterungsbedingungen und natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners wie der Kuckuck oder Schlupfwespen.

Das könnte dich auch interessieren: