Heidenheim Draufgeblickt (12) Die ZOH vor 15 Jahren

Heidenheim / Andreas Uitz 14.08.2018
Mit der Inbetriebnahme der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH) konnte das Stadtbussystem eingerichtet werden.

Früher war alles anders – aber nicht unbedingt besser. Versucht man, sich an die Zeit zu erinnern, bevor die heutige Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) in der Marienstraße in Betrieb genommen wurde, dann fällt auf, dass sich seitdem auch viele Aspekte der Verkehrsführung in der Innenstadt verändert haben. Die Marienstraße beispielsweise war nur stadtauswärts befahrbar, in die Innenstadt führte hier nur eine Busspur. Dem Individualverkehr stand ausschließlich die – damals noch breitete – Schnaitheimer Straße zur Verfügung, um vom Norden her in die Stadt zu kommen.

Doch vor allen Dingen beim Omnibusverkehr gab es gravierende Veränderungen. Der „Omnibusbahnhof“ befand sich noch vor dem Rathaus in der Grabenstraße, hier war die zentrale Drehscheibe des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die Stadt und den Landkreis. Am westlichen Rand der Levillain-Anlage, gegenüber des Pressehauses, gab es noch ein Bushaltestelle.

Der Plan im Hintergrund

Erst mit der Einrichtung der ZOH im Jahr 2003 konnte der Stadtbusverkehr eingeführt werden. Seitdem bedienen von hier aus getaktete Busse die verschiedenen Stadtteile, fahren die Kreisgemeinden an. Hintergrund der Veränderungen vor 15 Jahren war ein neuer Verkehrsentwicklungpslan, der das Herzstück des Busverkehrs an eben dieser Stelle sehen wollte. Dieser Plan war 1998 verabschiedet worden, die Umsetzung dauerte etliche Jahre.

Vor Baubeginn war der noch heute existierende Commerzbank-Parkplatz deutlich größer, in Richtung des Amtsgerichts befand sich eine kleine Grünfläche und direkt an der Marienstraße, neben der heutigen Musikschule ein Klohäuschen.

Noch vor Baubeginn gab es viele Diskussionen um Sinn und Unsinn der geplanten Veränderungen. Während des Baus rissen die Schwierigkeiten nicht ab. Denn 2002 kam eine Finanzkrise, unter der auch die Stadt zu leiden hatte. Trotzdem wurde entschieden, die bereits begonnenen Großbaustellen, darunter die ZOH, fertigzustellen. Kurz vor der geplanten Eröffnung im Mai 2003 ging dann die Sontheimer Hebel-Baugruppe pleite. Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt mit der Umgestaltung der Marienstraße in diesem Bereich beschäftigt. Doch die offizielle Inbetriebnahme des Stadtbusverkehrs konnte trotzdem termingerecht stattfinden.

Doch schon wenige Wochen später gab es erneut Probleme: Die in der ZOH verlegten Bodenplatten begannen, zu brechen, sich zu verschieben. Die 600 verlegten, jeweils zwei Tonnen schweren Betonplatten waren der Belastung durch die Omnibusse nicht gewachsen. Der Hersteller versicherte zwar, dass das die Platten so belastbar sind, dass andernorts Panzer drüberfahren können – doch das half nicht, das Heidenheimer Problem zu lösen.

Gericht muss entscheiden

Über mehrere Jahre zog sich ein Gerichtsverfahren hin bis schließlich entschieden wurde, dass das planende Ingenieurbüro den falschen Belag ausgewählt und für den Schaden aufzukommen hatte.

Im Jahr 2008 wurde dann der Bodenbelag in der ZOH komplett erneuert und durch eine 27 Zentimeter starke Betonschicht ersetzt, der nun seit inzwischen zehn Jahren im Dauerbetrieb das hält, was man sich von ihm versprochen hatte.

25 Busse bedienen auf neun Linien die Stadtteile und die Innenstadt

Die HVG bedient nicht nur den Stadtbusverkehr in Heidenheim, sondern ist im gesamten Landkreis aktiv. Etwa 65 Prozent des Busverkehrs im Kreis werden von der HVG geleistet. Das Unternehmen gehört der Trandev-Gruppe, die weltweit Nahverkehr anbietet.

Insgesamt verfügt die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft im Landkreis über 58 Busse, die pro Jahr sechs Millionen Fahrgäste befördern und 2,4 Millionen Kilometer zurücklegen.

Zum Heidenheimer Stadtbussystem gehören neun Linien, die mit 25 Bussen befahren werden. Es besteht seit 2003, seitdem gibt es getaktete Fahrpläne. Zu bestimmten Stoßzeiten fahren die Busse sogar viertelstündlich am Dreh- und Angelpunkt des Stadtbusverkehrs ab, der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH).

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