Protest Von einem, der mehr Demokratie erradeln will

Protestradler Roland Kümel macht auf seinem Weg nach Süden in Heidenheim Station.
Protestradler Roland Kümel macht auf seinem Weg nach Süden in Heidenheim Station. © Foto: Rudi Weber
Heidenheim / Andreas Uitz 17.09.2014
Seit mehr als drei Wochen sitzt Roland Kümel nun schon im Sattel, um für eine aus seiner Sicht gute Sache zu demonstrieren und zu werben: bundesweite Volksabstimmungen. Am Mittwoch machte der Protestradler auf seiner Tour von Peine zur Zugspitze in Heidenheim kurz Station.

Er kommt aus dem hohen Norden und will in den tiefen Süden der Republik vordringen. Am 25. August startete Roland Kümel seine Radtour im niedersächsischen Peine, weit im Norden, zwischen Wolfsburg und Hannover. Seitdem sitzt der tapfere Aktivist Tag für Tag auf seinem Rad, schläft im Zelt und strampelt täglich durchschnittlich an die 50 Kilometer. Und er hat gleich zwei Ziele im Gepäck: ein geographisches: Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, und ein und politisches: Mehr Basisdemokratie in ganz Deutschland.

Während er das geographisches wohl in etwa fünf Tagen erreicht haben wird, wird es mit dem politischen deutlich schwerer werden. Doch beide Ziele sind eng miteinander verbunden, denn bei Kümel ist nicht der Weg das Ziel. Vielmehr will er mit seiner Aktion erreichen, dass Volksabstimmungen auch bundesweit eingeführt werden, „damit auch wirklich das passiert, was der Wähler will.“

Und weil ihm dieses Anliegen so wichtig ist, hat er es gleich mit großen schwarzen Lettern auf ein Leintuch geschrieben, das er an an seinen Zwischenstationen durch ganz Deutschland hisst. Gestern um die Mittagszeit warb er in der Fußgängerzone und auf dem Eugen-Jaekle-Platz für dieses Ziel, bevor er sich aufmachte zur nächsten Etappe gen Süden. Um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen tritt Kümel im Captain Blaubär-Kostüm auf: „Wie diese Figur versprechen auch Politiker viel und tun dann doch nichts.“

Erfahrung mit dem Fahrrad und mit Protest kann der 54-jährige Frühpensionär eine Menge vorweisen. So war er auch schon vor Jahren mit dem Drahtesel auf den Straßen der Republik unterwegs, um gegen Atomkraft oder – bei einer anderen Tour – gegen Kernwaffen zu demonstrieren.