Heidenheim / Kathrin Schuler Die Aussichten im Wald sind alles andere als rosig: Während die Bäume unter Trockenheit und Schädlingsbefall leiden, ist auch die ökonomische Situation angespannt.

Burglind und Friederike, Borkenkäfer und Trockenheit: Nicht nur die beiden Sturmtiefs haben dem Heidenheimer Stadtwald im vergangenen Jahr schwer zugesetzt. Auch der darauffolgende Jahrhundertsommer hat seinen Teil dazu beigetragen, dass im Wald derzeit nicht alles grün ist: Viele der neu gepflanzten Bäume haben den Wassermangel im Frühjahr nicht überstanden und die Trockenheit schuf ideale Bedingungen für den Borkenkäfer. Der verursachte auch in den anderen Kreisgemeinden erheblichen Schaden in den Wäldern.

Doch zumindest in ökologischer Hinsicht muss man sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Sorgen um den Waldbestand der Stadt Heidenheim machen: „Das bekommt der Wald mit seinen Selbstheilungskräften schon wieder hin“, sagte Forstrat Pascal Hecht bei der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag. Ökonomisch betrachtet seien die Aussichten zurzeit allerdings nicht gerade rosig: „Es ist derzeit mehr Holz auf dem Markt als gebraucht wird“, erklärte Hecht. Die Stürme hätten zahlreiche Festmeter geworfen und aufgrund des Borkenkäfers habe man 2018 in Heidenheim rund 1000 weitere Festmeter Holz schreddern müssen.

Stadtwald wirft weniger ab

„Die Holzpreise gehen schneller in den Keller, als sich der Borkenkäfer reinbohren kann“, meinte Stadtförster Horst Bührle. Darum seien auch die Einnahmen durch den Holzverkauf aus dem Stadtwald im vergangenen Jahr deutlich niedriger ausgefallen als geplant: Aus den für 2018 angepeilten 490 500 Euro wurden letztlich nur 467 881 Euro. „Aber wir haben so kräftig gestrampelt und geackert, sodass wir trotzdem nicht in die roten Zahlen gerutscht sind“, sagte Bührle. Durch verschiedene Einsparungen und höhere Einnahmen durch Verpachtungen konnte man so zum Ende des Jahres doch noch ein kleines Plus von 21 178 Euro erwirtschaften.

Dieses Kunststück 2019 noch einmal zu wiederholen, wird allerdings kaum gelingen: „Es sieht schlecht aus und wird wohl in die roten Zahlen gehen“, fasste Bührle zusammen. Die Försterei geht von planmäßigen Einnahmen von 466 500 Euro aus – noch weniger als es 2018 waren und deutlich unter den Einnahmen von knapp 500 000 Euro, die der Stadtwald noch 2017 eingebracht hatte. Für 2019 ergibt sich dadurch ein voraussichtlicher Zuschussbedarf in Höhe von 29 500 Euro.

Frisches Holz soll in diesem Jahr planmäßig keines eingeschlagen werden. Stattdessen werde man das bereits vorhandene Schadholz in den Wäldern aufarbeiten, kündigte der Stadtförster an. Alles andere ergebe bei der derzeit sehr angespannten Situation auf dem Holzmarkt keinen Sinn.

Insgesamt wurden 2018 im Heidenheimer Stadtwald 8400 Festmeter Holz gefällt – und damit etwas mehr als ursprünglich geplant. Davon waren 2477 Festmeter Nadelholz und 4840 Festmeter Laubholz sowie die rund 1000 aufgrund des Borkenkäferbefalls geschredderten Festmeter.

Wald ist viel zu trocken

Gepflanzt wurden im vergangenen Jahr mit 2350 Fichten rund 1300 weniger als geplant, dafür allerdings 1050 Douglasien mehr als die vorgesehenen 290: Grund ist die größere Resistenz dieser Baumart gegen den Borkenkäferbefall. Gegen die Trockenheit im Frühjahr kamen die jungen Douglasien allerdings nicht an und fielen darum in Teilen aus. Auch 2019 setzt die Stadt auf Nadelbäume, deren Anteil im Stadtwald mit rund 25 Prozent vergleichsweise eher gering ist: 4450 Fichten und 810 Douglasien sollen darum gepflanzt werden.

Im vergangenen Jahr legte die Försterei den Schwerpunkt auf die Bestandspflege und Sicherung des Nadelholzanteils im Stadtwald: Damit Bäume im Gestrüpp nicht untergehen, wurden die Flächen von verdämmender Vegetation wie Brombeer-, Himbeer- und Haselnusssträuchern befreit.

In der Diskussion im Gemeinderat ging es darum, ob die Probleme im Wald mit dem Klimawandel zusammenhingen. Zweifellos bestätigen konnte Bührle das nicht: Doch es gebe deutlich zu wenig Wasser im Wald und in Zukunft gelte es, auf trockenresistente Bäume zu setzen. „Aber wenn uns mal die Fichte ausfällt, schafft es auch die Buche nicht mehr lang. Und das wäre eine Katastrophe.“