Heidenheim / Joelle Reimer Am Sonntag endet die „Open“-Ausstellung im Heidenheimer Kunstmuseum. Sowohl mit dem diesjährigen Konzept als auch mit den Besucherzahlen zeigen sich die Künstler zufrieden.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Darf man den Worten Hermann Hesses Glauben schenken, müsste die diesjährige „Open“-Ausstellung des Schmelzofen-Vereins wahrhaft zauberhaft gewesen sein. Nicht, dass sie neu begonnen oder gar völlig neu erfunden worden ist – im Gegenteil, es war schließlich bereits die 20. Ausstellung und die Künstler, die einst zum großen Teil ihre Ateliers in der ehemaligen WCM hatten, sind inzwischen mehr als erfahren darin.

Doch sagen wir mal so: Die „Open“ 2019 war ein Anfang diesbezüglich, das Ganze nach jahrelang eingespieltem Ablauf mal etwas anders anzugehen. Heißt: Einen Monat statt zwei Tage, Kunstmuseum statt leer stehende Gebäude und Künstler, die regelmäßige Führungen geben und somit nicht nur ihre eigenen Werke, sondern auch die ihrer Kollegen bestens kennen müssen.

Vor 20 Jahren rief eine Gruppe von Künstlern auf dem Areal der ehemaligen WCM in Heidenheim eine eigene Ausstellung ins Leben – die „Open“. Nach vielen spektakulären Ausstellungsräumen lädt die Gruppe nun ab 24. Februar ins Kunstmuseum.

Jeder wusste über jeden Bescheid

„Ja, es war ein bisschen anders als sonst. Wir hatten beispielsweise sieben Führungen und fünf Künstler, die diese übernommen haben. Mir persönlich ging es so, dass ich sogar nochmal nachtelefonieren musste, um richtig gut über alle Werke informiert zu sein und das dann an die Besucher weitergeben zu können“, sagt Johanna Bauer, Vorsitzende des Schmelzofen-Vereins.

Mehr Aufwand also? Definitiv. Aber ein Aufwand, der sich gelohnt hat, wie Bauer betont: „Wir hatten absolute Rekord-Besucherzahlen. Es waren so viele da wie bisher bei keiner ,Open’-Ausstellung, und ich habe eine Menge positives Feedback bekommen.“

So viele wie sonst nie, das waren bis einschließlich Donnerstag 1645 Besucher, wie Kunstmuseumsleiter Dr. René Hirner mitteilt. „Eine gute, eine überdurchschnittliche Zahl“, sagt er und schätzt, dass mit dem Sonntag, dem letzten Ausstellungstag, noch einmal rund 300 Personen dazukommen werden.

Tage, an denen nichts los war, habe es jedenfalls nicht gegeben, so Bauer. Und bei den öffentlichen Führungen waren auch stets zwischen 30 und 50 Besucher dabei. Ein Grund, nun das Kunstmuseum zur regelmäßigen Heimatstätte der „Open“ zu machen? Mitnichten. Das sei etwas Besonderes zum Jubiläumsjahr gewesen, doch in Zukunft wolle man wieder Jahr für Jahr nach neuen Räumlichkeiten suchen – „das Suchen und Finden gehört genauso zur ,Open’ wie alles andere“, sagt Bauer.

„Open“ 2020 wieder an neuem Ort

Gefunden haben sie fürs nächste Jahr bislang noch nichts, aktiv gesucht jedoch auch noch nicht. „Es gibt da so eine vage Idee . . . Im unteren Teil der Hauptstraße gibt es ja viele Leerstände, vielleicht wäre Kunst da eine Möglichkeit. Wir werden sehen.“

Erst einmal steht am Sonntag noch der letzte Tag der diesjährigen „Open“ an. Von 11 bis 17 Uhr werden nochmal alle 21 Künstler anwesend sein und Fragen der Besucher beantworten. Zudem findet um 15 Uhr ein Konzert mit dem Neuen Kammerchor des Schiller-Gymnasiums Heidenheim statt.

Bildergalerie Eröffnung der „Open 2019“ im Kunstmuseum

Die nächsten Ausstellungen im Kunstmuseum

Am 5. April wird im Kunstmuseum eine Ausstellung des Fotokünstlers Hans-Christian Schink unter dem Titel „Aqua Claudia – Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“ eröffnet. Diese wird bis zum 14. Juli im kleinen Wechselausstellungssaal zu sehen sein.

Vom 13. April bis zum 30. Juni wird unter dem Titel „Großes!“ zeitgenössische Kunst aus der Sammlung im großen Wechselausstellungssaal gezeigt.