Heidenheim Draufgeblickt (5): Wie das Albstadion zur Voitharena wurde

Kaum wiederzuerkennen: Noch vor 15 Jahren war das Fußballstadion auf dem Schlossberg eine schlichte Sportstätte, deren Tribüne Platz für 700 Menschen bot. Heute können bis zu 15 000 Fans die Heimspiele des 1. FC Heidenheim vor Ort miterleben.
Kaum wiederzuerkennen: Noch vor 15 Jahren war das Fußballstadion auf dem Schlossberg eine schlichte Sportstätte, deren Tribüne Platz für 700 Menschen bot. Heute können bis zu 15 000 Fans die Heimspiele des 1. FC Heidenheim vor Ort miterleben. © Foto: Geyer Luftbild
Heidenheim / Sandra Gallbronner 05.08.2018
Nachdem es seit Anfang der 2000er Jahre für die Heidenheimer Fußballer ständig bergauf ging, war klar, das Albstadion auf dem Schlossberg muss umgebaut werden.

Fußballer wie Leichtathleten waren einst im Albstadion auf dem Schlossberg zu Hause. Die heutige Voith-Arena wurde 1972 hoch über der Stadt eingeweiht. Gerade einmal 700 Zuschauer konnten auf der Tribüne Platz nehmen. Das Spielfeld war von einer roten Tartanbahn umrahmt. Und hier oben wurde Geschichte geschrieben. Zunächst nicht von den Fußballern, sondern von einem Hammerwerfer: Karl-Hans Riehm aus Konz warf das Sportgerät bei einem Jugend-Länderkampf 1978 großartige 80,32 Meter weit – Weltrekord.

Erst Boom dann Flaute

Auch bei den Fußballern läuft es zunächst rund. So stiegen sie 1978 in die neugegründete Oberliga auf. Doch der anfängliche Erfolg währte nicht lange: Der Verein stieg wieder ab. Jahrelang scheint der Ausbruch aus der Landesliga ein unerreichbares Ziel. Erst nach längerer Zeit ging es in die Verbandsliga, 2004 stiegen die Heidenheimer wieder in die Oberliga auf. Einmal Blut geleckt, gab es nun kein Aufhalten mehr. 2009 kickte das Team bereits in der Regionalliga, ein Jahr später in der 3. Liga.

Nicht viel Zeit gehabt für den Ausbau

Und eines wurde nun klar: Das Albstadion ist zu klein. Viel Zeit blieb allerdings nicht. Ideen, das Spielfeld um 90 Grad zu drehen, oder gleich ein neues Stadion in den Tieräckern zu bauen, wurden deshalb verworfen. Stattdessen wurde das Stadion auf dem Schlossberg, das nun ausschließlich zum Fußballspielen dient, rasch ausgebaut. Bestehen blieben lediglich die Haupttribüne und Liko's Kiosk. 2010 bot die Fußball-Arena 10 000 Zuschauern Platz. Drei Jahre später waren es bereits 13 000.

Auch der Name der Sportstätte änderte sich: Aus Albstadion wird Gagfah-Arena. Mit der neuen Haupttribüne entsteht zudem ein Business-Club mit Logen, bei denen rasch der Bedarf steigt. Denn auch die sportlichen Erfolge reißen nicht ab. 2014 gelingt der nächste Sprung: der Aufstieg in die 2. Liga. Trotz vieler Veränderungen und Erweiterungen am Stadion: Sie reichen nicht aus. Denn die Deutsche Fußball Liga schreibt vor, dass 15 000 Zuschauer im Stadion Platz finden müssen.

Schließlich werden auch die Ecken geschlossen

Infolgedessen werden die Ecken des Stadions, das nun den Namen Voith-Arena trägt, geschlossen und mit zusätzlichen Stehplätzen versehen. Zudem wird der Sparkassen BusinessClub im April 2013 durch einen zweiten Anbau erweitert.

Zwar ist der Sprung in die Bundesliga bisher noch nicht geglückt, doch auch für diesen Fall ist der FCH vorbereitet: So kann die Voith-Arena nach oben hin erweitert werden.

Zahlen und Fakten rund um die Voith-Arena:

27 Spiele fanden in der Saison 2017/18 in der Voith-Arena statt. Davon waren 17 Zweitligaspiele, ein DFB-Pokalspiel, ein Spiel im Rahmen des Max-Liebhaber-Pokals gegen den VfB Stuttgart, zwei Testspiele, sowie drei U-19-Bundesliga-Spiele und drei U-17-Bundesliga-Spiele.

202 450 Zuschauer waren in der Saison 2017/18 zu den Pflicht-, Test- und Jugendspielen im Heimstadion des FCH zu Gast. 7 500 Fußballfans besitzen eine Dauerkarte.

15 000 Plätze gibt es seit 2015 in der Voith-Arena. Davon sind circa 4 500 Sitz- und 10 500 Stehplätze.

300 Veranstaltungen, etwa Hochzeiten oder Ü-30-Partys, finden jährlich im Sparkassen-Businessclub außerhalb der Heimspiele statt.

Mit 6 Metern verfügt die Voith-Arena auf dem Schlossberg über den geringst möglichen Tribünenabstand zum Spielfeld in den deutschen Profiligen.

Auf 555 Metern liegt das Fußballstadion des FCH und ist damit das höchstgelegene Stadion im

deutschen Profifußball.

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