Politik Vom Abgeordneten zum Lobbyisten: Georg Brunnhuber feiert 65. Geburtstag

Aalen/Heidenheim / Silja Kummer 17.02.2013
Seinen 65. Geburtstag feiert heute der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Georg Brunnhuber. Seit Anfang 2011 leitet er die Abteilung Wirtschaft, Politik und Regulierung der Deutschen Bahn AG.

Fast 20 Jahre, von 1990 bis 2009, vertrat der Oberkochener Georg Brunnhuber den Wahlkreis Aalen-Heidenheim in Berlin, immer als direkt gewählter Kandidat, meist in der Regierungspartei, zwischendurch aber auch auf der Oppositionsbank. Bei der letzten Bundestagswahl 2009 kandidierte er nicht mehr.

Sein Ausstieg aus der Politik war jedoch keineswegs das Ende seiner beruflichen Karriere, im Gegenteil: Er wurde 2010 politischer Beauftragter des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, und ist als Leiter der Abteilung Wirtschaft, Politik und Regulierung seit dem 1. Januar 2011 Cheflobbyist des Unternehmens. Zuvor war er schon von 2006 bis 2010 im Aufsichtsrat der Bahn AG.

Man kann also durchaus von einer zweiten Karriere sprechen: „Es hat sich für mich nochmal etwas ganz Neues aufgetan, auf das ich nicht zugearbeitet habe“, sagt Brunnhuber. Sein Arbeitsplatz ist in Berlin, und mit der Beratung des Vorstandsvorsitzenden eines Konzerns mit 300 000 Mitarbeitern schätzt er selbst seine Einflussmöglichkeiten als nicht gering ein. Mit Dr. Rüdiger Grube verbinde ihn mittlerweile auch eine Freundschaft, so Brunnhuber.

Seine Aufgabe bei der Bahn AG liege in der Beobachtung des politischen Raumes, wobei er die Netzwerke, die er sich in den langen Jahren als Politiker aufgebaut habe, nützen könne: „Ich gebe und besorge Informationen, so muss man sich meine Aufgabe vorstellen“, erläutert er.

Trotz der verantwortungsvollen Tätigkeit bleibt Brunnhuber mittlerweile mehr Zeit für Privates: „Die Wochenenden gehören jetzt mir und meiner Familie, das war als Bundestagsabgeordneter anders“, berichtet er. Den Kontakt zum Wahlkreis halte er nach wie vor, auf politischer Ebene zur Europaabgeordneten Dr. Inge Gräßle genauso wie zum CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Hitzler oder seinem Nachfolger Roderich Kiesewetter. Und wenn es sich ergibt, nehme er auch an Veranstaltungen in der Heimat teil wie beispielsweise in der vergangenen Woche an der Heidenheimer Sportlerehrung.

Selbst wenn er jetzt sagt, „Freizeit ist auch etwas Schönes“, ist das Ende seines Berufslebens bislang nicht in Sicht: Erst vor vier Wochen habe er seinen Vertrag bei der Bahn um ein Jahr verlängert – mindestens, wie er hinzufügt.

Heute wird nun erst einmal mit der Familie gefeiert, und dabei wird Georg Brunnhuber nicht allein im Mittelpunkt stehen: Eine seiner beiden Töchter hat nämlich am selben Tag Geburtstag und wird heute 29 Jahre alt. Und sollte Brunnhuber dann doch einmal beruflich kürzer treten, freut sich auch der zweijährige Enkelsohn darauf, dass Opa mehr Zeit für ihn hat.

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