Beruf Volles Haus bei Ausbildungs- und Studienmesse

MICHAEL BRENDEL 10.11.2013
Die Ausbildungs- und Studienmesse im Congress Centrum erwies sich wieder als wahrer Publikumsmagnet. Rein rechnerisch traf sich am Samstag nahezu halb Heidenheim auf dem Schlossberg, wenn man das FCH-Spiel hinzuzählt.

Kurze Rede – langer Sinn: Elmar Zillert, Chef der Arbeitsagentur in Aalen, beschränkte sich in seiner Eröffnungsansprache auf wenige Sätze, war es doch das bereits im Vorfeld erklärte Ziel, den Informationshungrigen ohne ausschweifende theoretische Einlassungen Gelegenheit zu einer gewinnbringenden Reise durch die Berufswelt zu geben.

Und schnell zeigte sich, dass das natürlich vorwiegend jugendliche Publikum allerhand Fragen im Gepäck hatte. An keinem der 116 Informationsstände dürften während der fünfstündigen Veranstaltung Klagen über Leerlauf laut geworden sein. Im Gegenteil. Selbst in einer Zeit, in der laut Zillert nicht mehr die Ausbildungsstellen, sondern die Bewerber das knappe Gut darstellen, blieb das Publikumsinteresse im Vergleich zu den Vorjahren ungebrochen.

Offenbar unberechtigt also die Befürchtung, im Gefühl des scheinbar ohnehin sicheren Ausbildungsplatzes würden sich viele baldige Schulabgänger eine Visite auf der Messe sparen. Sehr zur Freude Zillerts, der darauf verwies, wie wichtig es sei, im Vorgriff auf die den weiteren Lebensweg maßgeblich mitbestimmende Berufswahl die für eine tragfähige Entscheidung wichtigen Kontakte zu knüpfen.

Dass das nicht zuletzt angesichts einer Abbrecherquote von rund 20 Prozent auch auf der „Gegenseite“ so gesehen wird, zeigte sich an der hochkarätigen Besetzung der Stände: Traditionell berichteten Azubis über ihren Alltag, darüber hinaus standen aber auch viele Ausbildungsbeauftragte, Personalleiter und sogar Firmenchefs höchstpersönlich für Fragen zur Verfügung.

Die Resonanz auf das breitgefächerte Angebot war wieder einmal gewaltig: Hatte Dieter Winterlik seitens der Agentur für Arbeit in den vergangenen Jahren jeweils von etwa 10 000 Besuchern berichtet, sah er diese Marke am Samstagnachmittag erneut erreicht. Einziger Unterschied: Die „Bugwelle“ direkt nach Saalöffnung war diesmal weniger zu spüren, stattdessen verteilte sich die Gästeschar auf hohem zahlenmäßigen Niveau gleichmäßig über die gesamte Dauer.

Viele Jugendliche kamen gemeinsam mit Freunden, etliche auch mit ihren Eltern, und das schlug sich offenkundig in der Qualität der Gespräche nieder: „Wir hatten richtig gute Unterhaltungen und konnten einige vielversprechende Kontakte knüpfen“, resümierte hernach ein örtliche Mittelständler. Dieses Fazit deckt sich mit der Einschätzung Winterliks, dass sich der große Aufwand der Aussteller auch für eine vergleichsweise kurze Messedauer lohnt: „Die Veranstaltung ist ein Selbstläufer, und sie bringt den Firmen und Organisationen genau so viel wie den Besuchern, weil viele Kontakte auf engem Raum zustande kommen.“

Mittlerweile freilich auf fast zu engem, gibt es doch bereits eine Warteliste von Ausstellern, die diesmal nicht zum Zuge kamen, da sämtliche Räume und Säle restlos belegt waren. So musste eine Vortragsreihe, die sich mit akademischen Berufen und den Studienmöglichkeiten an zehn verschiedenen Hochschulen befasste, in den Konferenzbereich des Schloss-Hotels verlegt werden.

Im Raum steht die Überlegung, beim nächsten Mal entweder die Voith-Arena in das Messegeschehen einzubinden oder aber auf dem Platz vor dem CC ein Zelt aufzustellen. Dort fanden am Samstag jene Angebote Raum, die infolge Lautstärke oder Größe im Gebäude nicht unterzubringen waren, gleichwohl auf hohen Zulauf stießen: Wo auch sonst darf man am Steuer eines Feuerwehrfahrzeugs ungestraft das Martinshorn betätigen oder ausprobieren, wie ein Bagger funktioniert?