Jobs Voith: Beschäftigung weiter gesichert

Der schützende Schirm der Beschäftigungssicherung hält für Voithianer zumindest noch für ein Jahr.
Der schützende Schirm der Beschäftigungssicherung hält für Voithianer zumindest noch für ein Jahr. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Andreas Uitz 30.09.2014
Am Dienstag hat die Kündigungsfrist für eine Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung bei Voith geendet – ungekündigt. Das bedeutet, dass der zehn Jahre alte Pakt zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten weiterhin Bestand hat, zumindest für ein weiteres Jahr.

Vor zehn Jahren, im Jahr 2004, war die Betriebsvereinbarung in Kraft getreten, die unter Voithianern als „Paket II“ bekannt ist. In ihr wurde und wird die Beschäftigungssicherung am Standort Heidenheim festgeschrieben und geregelt, dass es während der Geltungsdauer keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Die Vereinbarung ist jedes Jahr zum 30. September kündbar, blieb bis jetzt aber sowohl von Arbeitgeber- als auch von Arbeitnehmerseite unangetastet.

Auch am Dienstag lief die Kündigungsfrist für dieses Jahr ereignislos ab – auf den ersten Blick. Doch aus Sicht des Unternehmens sind inzwischen Korrekturen des ursprünglichen Papiers notwendig geworden. „Die Betriebsvereinbarung ist mittlerweile zehn Jahre alt und wurde in einer Phase boomender Märkte und rasanten Wachstums verhandelt“, sagt der Leiter der Unternehmenskommunikation, Lars A. Rosumek. „Die Geschäftsführungen der Standortgesellschaften sehen, dass diese sehr weitreichende Betriebsvereinbarung an die aktuelle Marktsituation angepasst werden muss“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung der Pressestelle. Kostendruck, neue Wettbewerber und die derzeit schwierige Marktsituation machten Veränderungen notwendig, so Rosumek.

Punkte, wie man sie heute nicht mehr beschließen würde

In der Betriebsvereinbarung gibt es unter anderem Regelungen über die flexible Arbeitszeit, bei Voith Dialogarbeitszeit genannt. Darüber hinaus ist unter auch die Bildung von Zeitkonten und Kapitalbausteinen, die Ausbildungsquote und die Übernahme von Lehrlingen sowie eine Vereinbarung zu Bonuszahlungen enthalten. „In der Betriebsvereinbarung sind auch Punkte festgeschrieben, die man heute so nicht mehr mit aufnehmen würde“, räumt der Leiter der Geschäftsstelle des Konzernbetriebsrats, Gerd Schaible, ein.

„Beide Seiten werden bis zum 31. März 2015 über eine neue, an die veränderten Rahmenbedingungen angepasste Betriebsvereinbarung für Heidenheim verhandeln, heißt es in der Erklärung der Voith-Pressestelle. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden können, gelte die laufende Betriebsvereinbarung mit Wirkung zum 30. September des kommenden Jahres als gekündigt. Die Betriebsräte hätten diesem Vorgehen zugestimmt.

Das sogenannte Paket II zur Beschäftigungssicherung habe bei den Mitarbeitern für viel Ruhe und Sicherheit gesorgt, sagt Schaible. Auch beim jüngsten Personalabbau war die Vereinbarung Grundlage dafür, dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen wurden, sondern nach anderen, sozial verträglichen Wegen gesucht wurde.

Und wie könnte es mit der Beschäftigungssicherung weiter gehen? „Wir wollen den Pakt erhalten, aber sicher nicht um jeden Preis“, sagt Schaible. Alles weitere müssten die Verhandlungen zeigen.

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