Die etwa 500 Beschäftigten des Maschinenbauers Voith Turbo in Sonthofen im Allgäu kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Der Konzern mit Sitz in Heidenheim hatte im Herbst 2019 angekündigt, das Werk, in dem Spezialgetriebe gefertigt werden, zum Ende des Jahres zu schließen. Deswegen wird an dem Standort seit 23. April gestreikt – anfangs für den Erhalt des Werks, später für einen Sozialtarifvertrag.

Sonthofen/Heidenheim

IG Metall fordert einen Sozialtarifvertrag

Seit Montag laufen die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. Zuvor war das so genannte Einigungsstellenverfahren nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall gescheitert. Die Gewerkschaft fordert nach eigenen Angaben „einen Sozialtarifvertrag mit vernünftigen Abfindungen für die Beschäftigten sowie Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen einer Transfergesellschaft auf Kosten des Arbeitgebers“.

Youtube Streik bei Voith, Video von der IG Metall

Verhandlungen zu Voith Sonthofen kommen nicht voran

Doch offenbar kommen die Verhandlungen nicht voran. Die „Schwäbische Zeitung“ zitiert eine Unternehmenssprecherin, derzufolge das Angebot des Managements deutlich über dem Standard in der Branche und auch bei den bei Voith sonst bisher üblichen Umfängen lige.
Die IG Metall ihrerseits habe dem Blatt zufolge „konstruktive Gespräche bestätigt. Ein Ergebnis habe man aber nicht erreicht, die Verhandlungen seien auf Freitag vertagt worden.

Angebot der Arbeitgeber zu Voith-Büro Allgäu

Der Radiosender AllgäuHit berichtet, dass 167 Mitarbeiter von Voith in Sonthofen in einem Voith- „Büro Allgäu“ unterkommen sollten, und dass den 29 Azubis ermöglicht werden solle, ihre Ausbildung in der Region mit der Unterstützung von Voith beenden zu können.
Der Sender berichtet, dass der Arbeitgeber auch den übrigen Mitarbeitern Angebote gemacht habe, um die Auswirkungen der Schließung „abzufedern“.

Vorstand verteidigt Schließung von Voith Turbo in Sonthofen

Der Vorstandschef des Maschinenherstellers Voith hatte die geplante Schließung des Werks Sonthofen im Vorfeld der Verhandlungen verteidigt. „Wir müssen den Konzern und die 20.000 Arbeitsplätze nachhaltig zukunftssicher machen. Das ist kein kalter Kapitalismus. Das ist unsere eigentliche soziale Verantwortung als Unternehmer“, sagte Toralf Haag dem „Handelsblatt“.