Der Heidenheimer Technologiekonzern Voith hatte Mitte Oktober viele Mitarbeiter mit der Nachricht schockiert, dass man für den Bereich Turbo, der für die Antriebstechnik steht, tiefgreifende Maßnahmen plane: Die Konzernleitung plane, „die Produktion in Sonthofen im Allgäu und in Zschopau in Sachsen bis Ende 2020 aufzugeben“, wie es in einer Mitteilung hieß. Betroffen wären insgesamt 600 Arbeitsplätze: 230 Jobs fallen weg, 370 Stellen werden an andere Standorte umgelagert.

Demo der IG Metall vor der Zentrale von Voith

Die IG Metall damals heftig dagegen protestiert - jetzt will die Gewerkschaft auch Taten folgen lassen. In einer Mitteilung kündigt die IG Metall Allgäu unter dem Motto „Allgäu goes Heidenheim“ für den 30. November eine Demo vor der Konzernzentrale in Heidenheim an.

Zur Begründung heißt es: „Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen! Voith plant die Schließung Standortes Sonthofen. Ein Werk, das hochproduktiv mit einer motivierten und top qualifizieren Belegschaft arbeitet. Das Vorhaben ist ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht für alle abhängig Beschäftigten überall!“ Der Kampf für den Standort Sonthofen sei ein Kampf „für verantwortungsvolle Unternehmenspolitik in den Führungsetagen“.

Treffpunkt für die Demonstration soll um 12 Uhr am Parkplatz 10 in der Katzentalstraße sein.

Gewerkschaft will Konzernleitung anzeigen

Bereits Anfang November hatte die IG Metall Allgäu mitgeteilt, dass man wegen der geplanten Schließung in Sonthofen auch rechtliche Schritte einleiten wolle: Der zweite Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Carlos Gil, will demnach die Konzernleitung „wegen der Verletzung von Betriebsratsrechten“ anzeigen.

Es gebe gleich mehrere Verstöße der Geschäftsleitung. In der Mitteilung, die keine Details nennt, sagt Gil: „Die Informations- Beratungs- und Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter sind nicht nur schwarze Buchstaben auf weißem Papier. Die geltenden Gesetze sind auch vom Voith Management einzuhalten.“