Heidenheim Viele Mängel: HSB klagt über die Karl-Rau-Halle

Heidenheim / Silja Kummer 15.06.2018
Heidenheims größter Sportverein hat den Wandel zur hauptamtlichen Geschäftsführung vollzogen. Handlungsbedarf sieht man nun vor allem bei der Sportstätte in der Weststadt.

Mit einer neuen Führungsspitze präsentiert sich der Heidenheimer Sportbund (HSB) nach der Hauptversammlung: Vorstandsvorsitzender Volker Wiedenmann wurde im Amt bestätigt, sein Stellvertreter ist künftig Ernst Chojnacki, der schon bisher im Vorstand für die Liegenschaften zuständig war. Diese Aufgabe soll er auch weiter erfüllen. Der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rainer Ludwig schied aus dem Amt aus und erhielt für seine Verdienste die Ehrenmitgliedschaft.

Geprägt war das vergangene Jahr für den Verein durch die Umstrukturierung der Vereinsführung. Erstmals in der Geschichte des Vereins wurde ein hauptamtlicher Geschäftsführer berufen. Volker Wiedenmann erinnerte daran, dass ursprünglich der Geschäftsführer des Fechtzentrums Jochen Kassel für diese Stelle vorgesehen war.

Als dieser im Dezember plötzlich starb, erlebte der Verein nicht nur einen menschlichen Verlust, sondern wurde auch in der Umsetzung des Konzepts zunächst gebremst. Schließlich fand man mit Edgar Klaiber eine Neubesetzung, er nahm Anfang Mai die Arbeit auf. Wiedenmann hieß Klaiber noch einmal willkommen und wünschte sich von den Vereinsmitgliedern, dass sie ihn bei der Einarbeitung unterstützen.

Keine Verdunklung, keine Lüftung

Dringenden Handlungsbedarf sah Wiedenmann hinsichtlich der Karl-Rau-Halle: Sie sei die einzige Halle in Heidenheim, in der große sportliche Veranstaltungen stattfinden könnten. Besonders bei den Wettkämpfen der deutschen Turnliga im Oktober seien die Defizite sichtbar geworden, schilderte der Vereinschef: Eine Verdunkelung der Fenster sei nicht möglich, die Turnerinnen seinen beispielsweise auf dem Schwebebalken stark von der Sonne geblendet worden.

Auch gebe es keine Lüftung in der Halle, was auch auswärtigen Sportlerinnen aufgefallen sei. „Die Liste der Mängel kann ich beliebig fortsetzen“, so Wiedenmann. Es sei an der Zeit, über eine Sanierung oder einen kompletten Neubau der Halle nachzudenken.

Diese Anregung nahm auch Bürgermeisterin Simone Maiwald mit, die zum ersten Mal zu Gast bei der Hauptversammlung war und sich von der Größe des Vereins beeindruckt zeigte. Ihr Vorgänger Rainer Domberg, der ebenfalls anwesend war, wurde vom HSB mit einem Geschenk verabschiedet. „Zielorientiert, pragmatisch, zuverlässig und bürgernah war Ihr Handeln und Ihr Umgang mit uns in den Vereinen“, bescheinigte ihm Wiedenmann.

Abschließend nahm der Vereinsvorsitzende Stellung zum neuen Austausch mit dem russischen „Kinderzentrum Smena“ (mehr dazu im Sportteil auf Seite 22). „Wir leben in Europa, aber auch in der Welt in einer sehr unruhigen Zeit“, so Wiedenmann. Friede müsse jeden Tag neu erarbeitet werden. Es gebe ein Russland jenseits der Politik. Angesichts der positiven Erlebnisse, die man beim Besuch der russischen Delegation gemacht habe, wolle man den Austausch nun auf den gesamten Verein ausweiten. „Wir wollen den Sport nützen, um Brücken zu bauen, nicht Mauern“, so Wiedenmann.

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel