Heidenheim / Michael Brendel  Uhr
Die Zahl der Arbeitslosen ist im April weiter gesunken. Die Quote in Heidenheim liegt jetzt bei 3,6 Prozent.

Ende April waren im Bezirk der Agentur für Arbeit (Kreis Heidenheim und Ostalbkreis) 7364 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren 120 weniger als im März und 163 weniger als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosen waren mit 2606 in Heidenheim registriert (März: 2665). In Schwäbisch Gmünd waren es 2494 (2461), in Aalen 1495 (1533), in Ellwangen 406 (436), in Bopfingen 363 (380).

Weniger Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, ging von 1984 auf 1954 zurück. Das entspricht einer Quote von 26,5 Prozent.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, verharrte in der Region bei 3,0 Prozent. In Heidenheim sank sie von 3,7 auf 3,6, in Aalen von 2,5 auf 2,4, in Ellwangen von 1,8 auf 1,7, in Bopfingen von 2,6 auf 2,5 Prozent. Einzig in Schwäbisch Gmünd war ein Anstieg zu verzeichnen: von 3,3 auf 3,4 Prozent.

Die jetzt von Elmar Zillert, dem Leiter der auch für Heidenheim zuständigen Arbeitsagentur in Aalen getroffene Feststellung klingt zunächst einmal uneingeschränkt positiv: „Wir verzeichnen in Ostwürttemberg die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem April seit 28 Jahren.“ Die Einschränkung folgt allerdings auf dem Fuße: Erwartungsgemäß habe sich die positive Entwicklung abgeschwächt, und die Zahl der arbeitslos Gemeldeten nehme nicht mehr so stark ab wie in den vergangenen Jahren.

Qualifikation gefordert

Als einen wesentlichen Grund nennt Zillert, dass die Nachfrage nach An- und Ungelernten spürbar zurückgegangen sei. Die von den Firmen zur Besetzung gemeldeten Arbeitsstellen setzten überwiegend einen qualifizierten Berufsabschluss voraus.

Die Zahl der neuen Angebote lag mit 1420 über dem schon hohen Wert im März. Insgesamt konnten Arbeitsagentur und Jobcenter im April mit 5455 offenen Stellen aufwarten.

Erfreulich ist aus Zillerts Sicht der Rückgang bei den über 50-jährigen Arbeitslosen (2799). Das sind 38 Prozent der Gesamtzahl. Vor einem Jahr waren es noch 218 und damit gut sieben Prozent mehr gewesen.

Große Auswahl für Bewerber

Weiter zugunsten der Bewerber hat sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschoben: Aktuell stehen rechnerisch einem Interessenten 1,6 Lehrstellen gegenüber. Nach Einschätzung der Arbeitsagentur reicht die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die eine duale oder schulische Ausbildung anstreben, nicht aus, „um wirkungsvoll dem zunehmenden Fachkräftemangel in unseren regionalen Betrieben entgegenzuwirken“. Agentur für Arbeit und Jobcenter setzen deshalb auf die berufliche Qualifizierung von Arbeitslosen und Berufstätigen ohne Abschluss. Derzeit nutzen 925 Personen dieses Angebot. bren