Verkehrsclub Verkehrsclub ist gegen einen Ausbau der B 19

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26.08.2012
Nach Ansicht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist die Sanierung der B 19 zwischen Mergelstetten und Herbrechtingen längst überfällig. Von einem Ausbau der Strecke hält der VCD Heidenheim jedoch nichts.

Einer Pressemitteilung der Vereinigung zufolge hat der VCD Heidenheim das Ausbauvorhaben unter die Lupe genommen und kam zum Schluss, dass ein Ausbau der Strecke nicht erforderlich ist. Eine dementsprechende Resolution habe man bei der Mitgliederversammlung verfasst. Darin wird auch der „höchst unsichere Zustand“ der Straße aufgrund der tiefen Spurrillen erwähnt.

„Das Regierungspräsidium und das Verkehrsministerium möchten neben der Sanierung auf dem Abschnitt einen einheitlichen Ausbaustandard herstellen, doch der kostet zusätzlich eine Menge Geld“, heißt es in der Pressemitteilung. Beschäftigt habe man sich auch mit der Argumentation, dass ein Ausbau die Sicherheit erhöhe und als Wirtschaftsförderung gesehen wird. Den Ausbaustandard wolle, so VCD-Vorstandsmitglied Reinhard Walloschke, wohl vor allem der Planer sehen, da es dann für sein Auge aus einem Guss sei. Sachlich sei ein Ausbau jedoch nicht zu begründen.

Nirgendwo zwischen Aufhausen und Autobahnanschlussstelle Herbrechtingen/Giengen weise die B 19 solch einen Standard auf. Der abgesetzte Radweg, der eine Verbesserung für den Radverkehr darstellen soll, finde in keiner Richtung eine Fortsetzung. „Man braucht das auf diesen zwei Kilometer auch nicht“, so der VCD.

Zudem sei es fragwürdig, dass zwischen Mergelstetten und der Ampelkreuzung bei Herbrechtingen das einzige Stück Kraftfahrstraße im Kreis Heidenheim geplant werde. Dadurch werde das Geschwindigkeitsniveau auf der sowieso schon gefährlichen Strecke noch weiter erhöht.

Für Radfahrer gibt es aktuell zwischen Mergelstetten und Herbrechtingen schon drei verschiedene Routen. Ein abgesetzter Radweg, der am Hang entlang einige Höhenmeter überwinden muss, stellt nach Ansicht des VCD keine echte Verbesserung für den Radverkehr dar.

Die Route an der B 19 entlang sei sicher nicht für den touristischen Radler geeignet. Aber Radfahrer, die schnell voran kommen wollen, nutzten diesen Weg trotz des Verkehrs auf der B 19. Die weitere Argumentation des Regierungspräsidiums verweise auf die Gefahren durch das Abbiegen der Autos zu den Gartengrundstücken und die daraus resultierenden Verkehrsunfälle. Das soll durch die getrennte Erschließung in Zukunft verhindert werden. Bis jetzt, so der VCD, habe die Straßenverkehrsbehörde keinen Anlass zum Einschreiten gesehen, scheinbar sei das Unfallaufkommen bisher nicht hoch genug gewesen.

Alles in allem appelliert der VCD der Pressemitteilung zufolge an die Behörden,„nicht noch mehr Infrastruktur mit fragwürdigem Nutzen zu schaffen und dadurch weitere Landschaft zu versiegeln“. Es sei schon jetzt nicht genügend Geld vorhanden, um die bestehenden Straßen zu unterhalten.