Heidenheim Verdi kritisiert Konzept für Klinikum-Sanierung

Heidenheim / hz 02.07.2018
Verdi mahnt klare Aussagen zu einem Stellenabbau und zu Auslagerungen einzelner Bereiche an.

Nachdem sich Landrat Thomas Reinhardt und Geschäftsführer Udo Lavendel in einem Interview zur Zukunft des Klinikums geäußert haben (HZ vom 16. Juni), bezieht jetzt die dortige Verdi-Betriebsgruppe Position. Positiv sei, so heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, dass sich der Kreistag zur kommunalen Trägerschaft bekannt habe. Eine deutliche Positionierung zu den Themen Stellenabbau und Auslagerungen sei jedoch bis heute nicht erfolgt. Die Mitarbeiter fühlten sich von der Politik im Stich gelassen und fänden sich im Interview nicht wieder.

Die Unterzeichner beklagen, dass am geplanten Abbau von 45 Stellen bis zum Jahr 2020 festgehalten werde. Parallel dazu sollten Leistung und Produktivität der Mitarbeiter gesteigert werden. Einer leistungsabhängigen Personalplanung folgend, würden Stellen nur wieder besetzt, wenn die Zahlen stimmten. „Wie rechtfertigt man solch ein Vorgehen gegenüber dem Bürger, besonders in Zeiten des Pflegenotstands?“, heißt es in dem Schreiben. Und weiter: „Manche Kliniken werben schon mit Kopfprämien, um hochqualifiziertes Pflegepersonal zu bekommen.“

Kritik übt die Verdi-Gruppe auch am Sanierungskonzept „Fit für 2020“, das die Ausgliederung von Versorgungsbereichen wie Reinigung, Bettenaufbereitung und Wäscherei in eine Servicegesellschaft beinhalte. Mitarbeiter, die neu eingestellt würden, seien tariflich schlechter gestellt und bekämen keine Zusatzversorgung. Beschäftigte in den untersten Entgeltgruppen erreichten nicht die Mindestrente und müssten durch die Kommune unterstützt werden. Schlussfolgerung: „Eigentlich hat sich die Politik das Thema Altersarmut auf die Agenda gesetzt.“

Die Verfasser betonen die aus ihrer Sicht große Bedeutung des Klinikums für die Lebensqualität in einer Stadt wie Heidenheim. Die Sparpolitik dürfe nicht auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten und der Qualität der Patientenversorgung erfolgen: „Deshalb werden wir uns weiter wehren und bitten um solidarische Unterstützung.“

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