Heidenheim Warten aufs Christkind 2018 - was man wissen sollte

Heidenheim / Andreas Uitz 22.12.2018
In der Nacht zum 24. Dezember findet in der Heidenheimer Innenstadt die größte unorganisierte Massenfeier des Jahres statt. Für das Warten aufs Christkind hat die Stadt Vorkehrungen getroffen und die Wirte instruiert.

Es ist ein alljährlich wiederkehrendes Ritual: Immer in der Nacht zum 24. Dezember füllt sich die ansonsten im Dornröschenschlaf schlummernde Heidenheimer Innenstadt mit tausenden – vorwiegend jungen – Menschen, die nur eines im Sinn haben: Feiern. Entstanden in den frühen 1990er-Jahren hat sich das „Warten aufs Christkind“ zu einem Brauch entwickelt, der für viele nicht mehr wegzudenken ist.

Hunderte ehemalige Heidenheimer, die es in der Nacht vor Heiligabend wieder in die Heimat zieht, finden sich zusammen mit Dagebliebenen, man trifft Freunde und Bekannte von früher, zieht durch Kneipen und Lokale und feiert sich selbst und Weihnachten. In großen Gruppen sind Cliquen und ganze Vereine in der Innenstadt unterwegs, im Laufe der langen Nacht wird das Laufen bei vielen zum Torkeln.

Keine Organisatoren

Einen Verantwortlichen für die Massenveranstaltung, einen Organisator oder Veranstalter gibt es beim „Warten aufs Christkind“ nicht und gab es noch nie. Alles geschieht spontan, obwohl es natürlich geplant ist. Durch die Tatsache, dass sich das vorweihnachtliche Massenfeiern in den vergangenen Jahren immer weiter entwickelt hat, immer noch mehr Menschen auf den Straßen und Plätze und in den Kneipen unterwegs sind, hat die Stadtverwaltung wie schon in den Vorjahren Auflagen für die Wirte erlassen.

Was einer der Wirte dazu sagt:

In einem Schreiben, das ihnen zuging, wird explizit auf die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes hingewiesen, die natürlich auch in dieser Nacht einzuhalten sind: Dabei geht es unter anderem um den Alkoholausschank an Kinder und Jugendliche, versehen mit dem eindeutigen Hinweis, dass bei Verstößen mit Geldbußen bis zu 50 000 Euro gerechnet werden muss. Außerdem wird den Wirten in der Innenstadt mitgeteilt, dass Menschenansammlungen vor Gaststätten nicht gestattet sind, Gehwege und Straßen nicht blockiert sein dürfen und die Wirte dafür Sorge zu tragen haben, gegebenenfalls durch den Einsatz entsprechenden Personals. Eine weitere Auflage besagt, dass keine Getränke nach draußen verkauft oder mitgenommen werden dürfen.

Doch wie sollen das die Wirte bewerkstelligen, in der umsatzreichsten Nacht des Jahres, in der ohnehin vieles außer Kontrolle zu geraten scheint? „Die Stadt will die Wirte durch diese Auflage nicht gängeln“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung., jedoch müssten Maßnahmen im Sinne der Allgemeinheit umgesetzt werden. Dazu gehöre, dass die Leichtigkeit des fließenden Verkehrs aufrechterhalten wird, aber auch, Gaststättenbesucher vor den Gefahren des Verkehrs zu schützen. Die Erfahrung zeige, dass die freundliche Aufforderung der Gaststättenbetreiber zum Fernbleiben von der Straße in den vergangenen Jahren gut funktioniert habe.

Polizei ist vor Ort

Platzverweise sollen und dürfen die Wirte allerdings nicht ausstellen. Sollte das nötig werden, heißt es von Seiten der Stadt, könne der Kommunale Ordnungsdienst oder die Polizei hinzugerufen werden – auch wenn die nicht immer überall sein könnten.

Auch wenn es keinen Veranstalter für die große Party gibt, greift die Stadtverwaltung doch regulierend ein. So soll durch die Präsenz städtischer Mitarbeiter, unter anderem aus der Polizeibehörde, das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen erhöht werden.

Wie entstand das Warten aufs Christkind:

Außerdem wird in dieser Nacht die Bergstraße zwischen der Wilhelmstraße und dem Eugen-Jaekle-Platz für den Verkehr gesperrt. Darüber hinaus kann die Clichystraße zwischen dem Haus Nummer 6 und dem der Fußgängerampel auf dem Eugen-Jaekle-Platz nur einspurig befahren werden, hier herrscht dann Tempo 30. Im Bereich des Jaekle-Platzes, in dem sich gleich mehrere Kneipen befinden, werden Absperrgitter entlang des Gehwegs aufgestellt. Wie schon in den Vorjahren werden rund um diese Party-Meile städtische Lkw geparkt – ebenfalls zum Schutz der Menschenmassen.

Acht Wirte wurden angeschrieben

Obwohl es in der Heidenheimer Innenstadt deutlich mehr Lokale gibt, wurde das Schreiben mit den Regeln nur an acht Wirte versandt.

Dabei wurden jene Lokale ausgewählt, in denen in den vergangenen Jahren beim „Warten aufs Christkind“ besonders viele Gäste waren, und die teils an Straßen liegen. Die gesetzlichen Regelungen freilich gelten auch für alle anderen Gaststätten. Mit dem Schreiben will die Stadt für mehr Sicherheit sorgen.

Das war das Warten aufs Christkind 2017

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