Flaschen, Pappbecher, Kaugummis, Zigarettenkippen – weggeworfener Abfall liegt überall auf den Straßen herum. Die Stadt Heidenheim hatte deswegen bereits im August angekündigt, bei Müllsündern härter durchzugreifen und für achtlos weggeworfenen Müll wie zum Beispiel Zigarettenkippen mindestens 55 Euro Bußgeld zu kassieren.

Kürzlich folgte auf Facebook der zweite Schritt: Im Kampf gegen Müllsünder hatte die Stadtverwaltung zu einem Aktionstag für den Umweltschutz und für eine saubere Innenstadt aufgerufen. Unter dem Motto #Schlussmitschmutzig wurde auf Facebook zu einer Sammelaktion aufgerufen.

Mit Erfolg. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, machten am Wochenende 50 Heidenheimer mit und sammelten mit Handschuhen ausgerüstet Kippen in Glasflaschen. Das Ergebnis war verblüffend: Binnen 90 Minuten füllte sich ein riesiger Sack. Am Ende kamen mehr als 40.000 Zigarettenstummel zusammen, und das nur in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Rein rechnerisch hat also jeder Helfer rund 800 Kippen eingesammelt. Hätte das Ordnungsamt für jede Kippe 55 Euro Bußgeld verlangt, wären so 2,2 Millionen Euro zusammengekommen.

Sammelaktion als Facebook-Challenge

Die Facebook-Aktion hat den Charakter einer der vielen Facebook-Challenges, die immer wieder in dem sozialen Netzwerk kursieren. Zu solchen „Herausforderungen“ gehört auch, nach einer erfüllten Aufgabe drei andere Personen zu „nominieren“. Soll heißen, andere wie in einem Schneeballsystem zum Mitmachen aufzufordern. In einem Video fordern Teilnehmer von #Schlussmitschmutzig drei Städte auf, nun selbst einen Aktionstag zu veranstalten: Aalen, Giengen und Lorch. Wenn das System sich ausweitet, könnte es ja vielleicht gelingen, zumindest einen Teil der laut der Stadt jährlich 4,5 Billionen weggeworfenen Kippen verschwinden zu lassen.

Die Stadt Heidenheim hatte übrigens angekündigt, dass auf den Sammeltag weitere Aktionen folgen würden. Sprach’s – und hält Wort: Auf der Heidenheimer Facebook-Seite hieß es am Mittwoch: „Schluss mit schmutzig! Ab heute gibt es Taschenaschenbecher in der Tourist-Information. Hol' dir einen und setze ein Zeichen gegen Umweltverschmutzung durch Kippen!“ In die kleinen Döschen mit dem entsprechenden Aufdruck passen locker ein paar Kippen hinein, wie ein Video zeigt. Über den nächsten Schritt darf spekuliert werden – vielleicht bietet Heidenheim ja bald Kurse zur Raucherentwöhnung an.

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