Heidenheim Ulrich Grath nimmt sich Frustpause

Ulrich Grath.
Ulrich Grath. © Foto: Archiv
Heidenheim / Karin Fuchs 17.07.2018
Der Lokalpolitiker wollte alles hinwerfen. Jetzt kehrt er zurück und will bei der Wahl 2019 erneut antreten.

Die Gerüchteküche brodelte gewaltig. Spätestens am Montag, als Ulrich Grath die Kreistagssitzung verpasste und danach bei der Abschlussparty vor der Sommerpause im Lokschuppen fehlte, waren sich viele sicher: Uli Grath macht wahr mit der Ankündigung, er wolle eine Pause von der Politik machen. Das Wort Sabbatjahr machte die Runde.

Doch kann man sich einen Uli Grath vorstellen, der andere machen lässt und selbst die Hände in den Schoß legt? Eigentlich nur sehr schwer. Seit fast 20 Jahren ist Grath in der Kommunalpolitik und dabei kein Hinterbänkler, sondern vielmehr in der ersten Reihe.

Lange pausiert hatte Grath nicht wirklich. Andere fehlen durchaus ebenso lange, weil sie im Urlaub oder aus sonstigen Gründen verhindert sind. Aber Uli Grath hat, wie er selbst sagt, bislang keine Sitzung verpasst. „Ja, ich war kurz davor aufzuhören“, sagt Grath. Doch so wird es nicht kommen. Nach vierwöchiger Pause meldet sich Uli Grath zurück. Der Vorsitzende der Fraktion der Freien Wähler wird bei der Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause am Donnerstag wieder an Bord sein.

Was genau zu seinem Frust geführt hatte, sagt er nicht. Es sei kein Zerwürfnis mit seiner Fraktion gewesen, versichert er. „Es war eine Häufung von Dingen innerhalb einer Woche. Da habe ich mich gefragt: Muss ich mir das antun?“ Er habe lange darüber nachgedacht, aber schlussendlich sei es für ihn nur schwer vorstellbar, sich nicht einzubringen. „Das Feld denen zu überlassen, die nichts zu sagen haben, wäre ja auch blöd.“

Der Entschluss, doch weiterzumachen, heißt für Grath mehr, als einfach bis zum Ende der Legislaturperiode weiterzumachen. Er kündigt schon jetzt an, bei der der Kommunalwahl im kommenden Jahr wieder anzutreten – sowohl im Gemeinderat als auch im Kreistag.

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